Wer braucht linke Männerrechtler?

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Nach mehreren Anfeindungen von linker Seite, Verbrüderungen von Homosexuellen und Femfaschs auf dem Blog allesevolution gegen mich, stellt sich mir die Frage, wer denn eigentlich linke Männerrechtler braucht.

Meine Erfahrung mit linken Männerrechtlern – Hoffmann ausgenommen – ist, dass sie den Kampf um die Gerechtigkeit für Jungen und Männer lieber den konservativen Männerrechtlern überlassen. Da wird dann häufig in Elfenbeintürmern über Unrecht lamentiert und nebenher noch fleißig gegen konservative Kollegen gefeuert. Halbherzig wird für Jungen- und Männerrechte eingetreten.

Mir scheint, Professor Spaemann hatte recht, als er darauf hinwies, dass zu Zeiten des Faschismus‘ meist konservative Menschen es waren, die aktiv gegen den NationalSOZIALISMUS (Volksgenossen sagte Hitler doch immer 😉 auf- und eintraten; als er festhielt:

Bloße Liberalität führt zwar auch dazu, dass man totalitäre Regime nicht leiden kann, aber es führt nicht zu Widerstand.

Es waren Katholiken, die geschlossen für die Zentrumspartei und gegen die NSDAP stimmten. Aber auf das wird immer wieder vergessen. Es sind nicht nur Homosexuelle unter Hitler verfolgt worden, allerdings wäre es wohl nicht politisch korrekt, auf Folgendes hinzuweisen:

Allein im Konzentrationslager Dachau waren über 1.000 katholische Priester aus unter anderem Polen, Deutschland und den Niederlanden inhaftiert. Insgesamt starben knapp 2.000 polnische Geistliche in den KZs

Also, wer braucht linke Männerrechtler?  Ich nicht!

18 Kommentare zu „Wer braucht linke Männerrechtler?

    Michael Klein sagte:
    März 5, 2012 um 11:23 am

    Eine Anmerkung bei weitgehender Zustimmung: Links hat nichts, aber auch gar nichts mit Liberalität zu tun. Entsprechend halte ich das Zitat von Spaeman für ziemlichen Unsinn. Widerstand ist eine persönliche Entscheidung, die nach meiner Ansicht überhaupt nichts mit der politischen Ideologie zu tun hat. Wer die Hosen als Linker voll hat, hätte sie auch als Rechter oder als LIberaler voll … Es gibt eine Reihe von Studien (eine von Jürgen Falter), die versuchen, die Wähler der NSDAP zu identifizieren. Katholiken sind zwar immuner als andere Wählergruppen, aber auch nicht voll-immun und ich denke nicht, dass man die Anzahl derjenigen, die in KZs gesteckt wurden als Beleg für Widerstand nehmen kann, man denke nur an die gute Zusammenarbeit zwischen dem Vatikan und der Reichsregierung nach Hitlers Machtantritt, die dem Zentrum die Luft abgelassen hat.

    Ich finde es immer wieder verblüffend, dass Männerrechte etwas mit politischer Ideologie zu tun haben sollen. Wenn man sich für Gerechtigkeit einsetzt, dafür, dass Jungen nicht benachteiligt wird, dann scheint mir das nichts mit der politischen Orientierung, sondern etwas mit Anstand zu tun zu haben und wenn Dich „linke Männerrechtler“ anfeinden, dann würde ich das darauf zurückführen, dass die entsprechenden Rechtler zwar links, aber keine „Männerrechtler“ sind.

    terminatus30 geantwortet:
    März 5, 2012 um 1:07 pm

    Deine Anmerkung zu den Labels „Links“ und „Liberal“ scheint mir angebracht zu sein. Freilich hat es in erster Linie immer etwas mit der einzelnen Person zu tun und nicht mit der ideologischen Fundierung des Denkens dieser Person. Was du ja schön unter „Anstand“ zu fassen suchst. Letztlich sollte es egal sein, welchen -ismen man nachhängt, bestimmte überlieferte Grundnormen müssen ja sowieso stillschweigend vorausgesetzt werden um Gesellschaft überhaupt erst zu ermöglichen. Und die Umsetzung eines solchen Miteinander kann in meinen Augen darin bestehen, wie es uns die „Don-Camillo-und-Peppone“-Reihe vorführt. Man kann miteinander streiten, Diskurse führen aber am Ende des Tages ist das Miteinander wieder gegeben.

    Nichtsdestotrotz glaube ich, dass eine gewisse Form von Konservativismus, eine gewisse Form der Reflektion auf das Eingebettet-Sein in ein kulturelles Geflecht von Normen und Mainstream-Moralität, wenn man so will, Schutz bietet gegen Totalitarismen (mehr gegen links als gegen rechts). Verschiedene Historiker und der medientaugliche Journalist Guido Knopp, haben, wie du richtig erwähnst, das damalige Wahlverhalten zu ergründen gesucht. Knopp hat, so glaube ich mich zu erinnern, in einer seiner historischen Dokumentation auch das Wahlverhalten zweier benachbarter Gemeinden analysiert. So gesehen evangelische, versus katholische Christen. Auch hier zeigte sich, nicht verallgemeinernd, dass Katholizismus eher Schutz gegen den Faschismus bot als eine evangelische Konfessionalität.

    Wenn ich hier das Label „Links“ verwende, dann referiere ich damit auf den mir ersichtlichen Umstand, dass es für sich selbst als links titulierende Menschen einfacher zu sein scheint, auf Basis von Schein-Diskriminierungs- bzw. sich gegen Kritik abschottenden Machtdiskursstrategien Diskriminierung an Jungen und Männern zu leugnen als dies beim konservativen Menschen der Fall ist. Zwar hat im Christentum der Gedanke der Caritas einen breiten Raum, einen größeren Raum scheint mir jedoch der Gedanke der Veritas, der Wahrheit zu haben. Diesen Wahrheitsgedanken sehe ich bei vielen Linken verblasst. Hier ist gefühlte Ungerechtigkeit, Ungerechtigkeit und zwar unabhängig von den Fakten. Man sieht dies ja nicht nur bei Gleichstellungsfeminismen sondern durchaus auch in Diskursen um den Klimawandel. Wobei hier die Kirchen bis zu einem bestimmten Grad durchaus aufspringen – mir scheint die evangelische mehr als die katholische.

    Für mich ist hier immer die Analyse der autoritären Persönlichkeit ein Hinweis darauf, wie sehr doch in dieser Analyse eine Einseitigkeit zu tage tritt, die sich in den letzten Jahrzehnten im modernen Jakobinertum der herrschenden Klasse, Medien inkludiert, verfestigt hat. So weit ich weiß, hat Adorno dies später, bei den Studentenprotesten von links erkannt. War es ein Brief an Fromm? Ich weiß es nicht mehr.

    Michael Klein sagte:
    März 5, 2012 um 2:08 pm

    Ich denke, Adorno ist ein Kind seiner Zeit und – da er soviel von empirischer Sozialforschung versteht, wie Platon von Techno-Musik, ist Adorno vermutlich die Falsche Adresse, um die autoritäre Persönlichkeitsforschung fest zu machen. Dieses weitgehend unlesbare Werk über die Dialektik der Moderne nimmt eigentlich die Gefahr von rechtem wie linken Totalitarismus vorweg. … Zum Thema linker und rechter Totalitarismus habe ich mich in der Vergangenheit schon einige Male geäußert, z.B. hier:

    „Es liegt aus meiner Sicht vielmehr nahe, mit Perry und Sibley (2012) ein Persönlichkeitssyndrom anzunehmen, aus dem Vorurteile (definiert als affektiv geladene generalisierte Stereotype, die im Sinne von Assmann keiner rationalen Argumentation zugänglich sind) zwangsläufig folgen. Das entsprechende Persönlichkeitssyndrom zieht seine Besonderheit aus einer Feindschaft gegen jegliche Form der Veränderung, aus autoritärer Unterordnung anstelle eigenen kritischen Denkens, autoritärer Aggression, vor allem, wenn die eigene Position hinterfragt wird und insbesondere aus dem Selbstwert, der einzig und allein aus der Zuordnung zu einer Gruppe und nicht durch eigene persönliche Leistung genährt wird. Die jeweiligen Inhalte, die die Vorurteile annehmen, sind dann eher dem Zufall geschuldet und finden sich auf der rechten Seite des politischen Spektrums z.B. als Ausländerfeindlichkeit oder auf der linken Seiten des politischen Spektrums z.B. als Kapitalistenfeindlichkeit. Und auch wenn beide Seiten durch die Inhalte getrennt sind, so eint sie doch dasselbe autoritäre Persönlichkeitssyndrom, das seinen Wert daraus bezieht, sich einer Gruppe zuzuordnen und eine vermeintlich homogene Outgroup, die mit negativen Attributen belegt wird, zu bekämpfen.“

    http://sciencefiles.org/2011/12/04/deutschland-200x-die-autoritare-personlichkeit-lebt/

    Ich meinerseits glaube, dass eine liberale Einstellung, die sich an einer Reihe von Werten orientiert, wie z.B. dem kategorischen Imperativ von Kant, die beste Versicherung gegen Totalitarismus ist – und vermutlich besteht hier die Überlappung zum von Dir angesprochenen größeren Schutz (der größeren Resistenz) bestimmter reliogiöser Milieus vor Totalitarismus, wie wohl man sagen muss, dass der Weg von der Religion in den Fundamentalismus auch nicht weit ist…

    terminatus30 geantwortet:
    März 5, 2012 um 4:08 pm

    wie wohl man sagen muss, dass der Weg von der Religion in den Fundamentalismus auch nicht weit ist…

    Ich wüsste auch hier nicht, was ich gegen deine Aussage vorbringen könnte. Vielleicht, so könnte man einwenden, unterscheiden sich die Auffassungen von Extremisten doch grundlegend von denen „normaler“ Gläubiger jedweder Colour, was z.B. die Auslegung des eigenen Glaubens betrifft. Ich persönlich versuchte mich immer dem Phänomen des Glaubens rational zu nähern, was ein deistisches Glaubenbekenntnis, aus verständlichen Gründen in weite Ferne rückt. Ich habe aber durchaus Sympathien mit „nach Einsicht suchenden“ Gläubigen. Vor allem Eines sollte man und ich glaube da kannst du mir zustimmen, nicht aus den Augen verlieren, unabhängig der eigenen weltanschaulichen Positionierung.

    Eine wahrhaftige Suche nach Wahrheit im Glauben und in den Wissenschaften darf nicht einem postmodernen Pluralismus, pseudowissenschaftlichen Dekonstruktivismen geopfert werden.

    Ich glaube wir alle haben noch keine Ahnung davon, was wir mit der Aufgabe der Wahrheitssuche verlieren würden. Es könnte alles sein.

    Martha sagte:
    März 6, 2012 um 6:27 pm

    Wenn ich etwas anregen darf:
    Zu diesem Thema haben ja immer wieder Theologen und Päpste publiziert. Vom verstorbenen Papst Johannes Paul II gibt es die Enzyklika „Fides et ratio“ und über die Frage „Vernunft – Wahrheit – Glaube“ gibt es Werke von Thomas von Aquin, Kardinal Newman, Edith Stein etc.

    Fanatiker kann man nur dann werden, wenn man die Mitmenschen aus den Augen verliert, wenn Sie verstehen was ich meine, wenn man keine Liebe (philia) für die anderen mehr verspürt, sie nicht mehr als eigenständige Individuen wahrnimmt.

    Man muss ja Prinzipien anhängen, das tut ja auch der Liberale, ja sogar der Indifferentist (er sagt ja auch mit Bestimmtheit, dass alles indifferent sei).

      terminatus30 geantwortet:
      März 6, 2012 um 8:22 pm

      Die Verschränkung von Glaube und Vernunft scheint mir ein sehr gangbarer Weg zu sein – dies zeigt uns ja auch die Wissenschaftsgeschichte der letzten 2 Millennia. Leider wird dies immer tunlichst zu ignorieren gesucht. Scholastische Denker, ich beziehe mich hier vor allem auf Abaelard und Anselm, zeigen für den damaligen Zeitpunkt ja überzeugend wie eine harmonische Synthese funktionieren kann. Es stimmt, ein Fanatismus ist mit dem, was ich unter christlichem Glauben verstehe, nicht vereinbar. Inwiefern dies für den Islam gilt, wage ich nicht zu beurteilen.

    James T. Kirk sagte:
    März 11, 2012 um 11:22 pm

    Also ich weise mal darauf hin, daß es eine „Bekennende Kirche“ gab und daß Papst Pius doch ziemlich die Sorge gebrannt hat, sodaß er irgendwie nicht mehr tun konnte.

    Dann weise ich noch darauf hin, daß die SPD geschlossen gegen das Ermächtigungsgesetz des von mir geschätzten Führers gestimmt hat und danach gravierende Repressalien erdulden mußte.

    Dann weise ich noch darauf hin, daß auch Theodor Heuß für obiges Gesetz gestimmt hat.

    Dann fällt mir noch ein, daß es einen Globke, einen Filbinger und einen Kiesinger gab, die nach der Wende aufrechte Konservative waren.

    Da auch die Mainzelmännchen den Führer unterstützt haben, fallen sie für das Thema Männerrechte flach.

    Das sind die üblichen willkürlichen Analysen, die von unverbindlichen Pseudokausalitäten leben, die mit den kleinsten Gedanken falsifiziert werden können. Es wird eine bestimmte Suggestion erzeugt, die aber letztlich substanzlos ist.

    Das hast du doch nicht nötig. Ist dir das Konservative so wichtig, daß du es als männerrechtlich einzig relevante oder überlegene politische Position adeln mußt?

    Die Konservativen werden eher wenig für Männer erreichen, da sie kritikwürde progressive normative Vorgaben für die Gesellschaft (Gleichverteilung etc., Gleichheitsideologie) durch ebenso kritikwürdige konservative Vorgaben ersetzen wollen.

    Das schreckt viele ab und kann nicht die Antwort sein. Man muß progressivistischen/linken Blödsinn kritisieren können, ohne auf andere normative Einengungen und Idealbilder zurückzugreifen.

    Lustig finde ich das mit dem Konservativen auch, wenn man sich anschaut, wie sehr auch dort der Feminismus zu Hause ist.

    Schlußendlich läuft das mit der Rehabilitierung der Männer meiner Meinung nach auch nicht auf eine explizite, „kämpferische“, parteipolitische und programmatische Weise ab, sondern die Entwicklung vollzieht sich eher implizit, und das Aussterben des Feminismus ist eine Generationenfrage.

    Ich denke, man tut am meisten, wenn man die Wahrheit in die Welt setzt.

    Der Rest wird sich langfristig von alleine tun.

    Sobald es kämpferisch und bewegungsmäßig wird, schreckt dies eher ab.

    Natürlich ist es auch sinnvoll, wenn mal jemand auf den Tisch haut und einen „Skandal“ erzeugt, die Gesellschaft in ihren Verabredungen verunsichert. Ich denke jetzt an René Kuhn und die IGAF.

    Solche Pathologien wie den Feminismus kann man nicht einfach abschaffen oder wegdiskutieren. Das ist ein langsamer, impliziter, wenn man so will ganzheitlicher Prozeß.

    PS: Mit deinen Gedanken begibst du dich übrigens auf eine Ebene mit der Mädchenmannschaft und unseren netten Soziologen, die nur eine linke Weltanschauung für das einzig Wahre und feminismuskompatibel halten.

      terminatus30 geantwortet:
      März 12, 2012 um 8:11 am

      „Das sind die üblichen willkürlichen Analysen,“

      Natürlich, darum auch ein: „Ich nicht!“.

      „Die Konservativen werden eher wenig für Männer erreichen, da sie kritikwürde progressive normative Vorgaben für die Gesellschaft (Gleichverteilung etc., Gleichheitsideologie) durch ebenso kritikwürdige konservative Vorgaben ersetzen wollen.“

      Ich bezeichne mich als konservativ libertär. Das heißt nicht „Ersetzen“!!! Eher, jedem das Seine auf einer gemeinsamen Basis.

      „Lustig finde ich das mit dem Konservativen auch, wenn man sich anschaut, wie sehr auch dort der Feminismus zu Hause ist.“

      Stimmt, auch politisch (was interessieren mich Politkasperln?); nur, um Einiges später als bei den Linken, bei der CSU teilweise noch gar nicht.

      „Ich denke, man tut am meisten, wenn man die Wahrheit in die Welt setzt.“

      Was ist Wahrheit? Ich glaube nicht, dass dies noch hilft und wenn, haben wir zu viel verloren.

      „PS: Mit deinen Gedanken begibst du dich übrigens auf eine Ebene mit der Mädchenmannschaft und unseren netten Soziologen, die nur eine linke Weltanschauung für das einzig Wahre und feminismuskompatibel halten.“

      Warum? Ich behaupte nicht, dass meine! Meinung die allumfassende sei, ich sehe dies nur für mich so. Du kannst ja gar keine Männerrechler „brauchen“ oder nur linke usw.

    Peter sagte:
    März 12, 2012 um 4:10 am

    Nach mehreren Anfeindungen von linker Seite, Verbrüderungen von Homosexuellen und Femfaschs auf dem Blog allesevolution gegen mich,

    Könntest Du darauf verlinken? So ganz kann ich Deinen Ärger nicht nachvollziehen, aber möglicherweise hab ich ja etwas verpasst. Ich bin selbst recht häufig auf dem Blog „alles Evolution“ und frage mich deshalb, was Dich dermassen geärgert hat.

    stellt sich mir die Frage, wer denn eigentlich linke Männerrechtler braucht

    Meine Erfahrung sagt mir, dass konservative Männerrechtler meist libertären Anschauungen zuneigen und glauben, wenn nur dem Staat die Mittel entzogen würden, dann sei alles wieder im Lot (um es mal bewusst salopp auszudrücken).

    Libertäre Anschauungen sind wenig überraschend vor allem bei denjenigen populär, die der Überzeugung sind, dass sie nie staatliche Unterstützung benötigen werden. Der Kern der Männerrechtsbewegung aber ist Teil des Prekariats. Die Interessenvertretung des Prekariats aber ist die klassische Linke, die sich primär an den Kategorien der sozialen Klassen orientierte, um ihre Klientel zu identifizieren. Das Prekariat ist auf staatliche Unterstützung angewiesen. Libertarismus hat diesen Menschen rein gar nichts anzubieten ausser hohlen Phrasen von „Selbstverantwortung“ und der „Freiheit“ (des Kapitals, die Freiheit, die man sich leisten kann).

    Wenn ich hier von der klassischen Linken spreche, dann von einer politischen Kraft, die drauf und dran ist sich aufzulösen. Die primäre politische Kategorie „soziale Klasse“ wurde durch sex und gender ersetzt, wobei „weiblich“ mittlerweile als Synonym für „benachteiligt“ verwendet wird. Dies führt zwangsläufig zur Pervertierung klassischer linker Politik, was am Engagement für ohnehin privilegierte Frauen (Stichwort Frauenquote für Vorstände, da kommt ja wohl nicht die Aldikassierin zum Zug) klar ersichtlich wird.

    Das männliche Prekariat hat keine glaubwürdige politische Vertretung mehr und radikalisiert sich deswegen, manchmal bis zum extremen rechten Rand. Genau da will man sie haben. Es ist Teil der Ausgrenzungs- und Marginalisierungsstrategie der etablierten feministischen Lobby, die mittlerweile eine parteiübergreifende Lobby geworden ist, also politisch sowohl links wie rechts verortet werden kann, wenn wir die Parteien und deren Programme als Massstab verwenden.

    Eine Vertretung der Interessen des Prekariats aber kann niemals eine libertäre politische Kraft sein sondern nur eine klassische Linke. Die Pseudolinke, die wir momentan am Werk sehen, kann nicht mehr als der Interessensvertretung der untersten sozialen Schichten gelten, auch wenn sie das nach wie vor behauptet. Die Sozialstruktur der Linken hat sich in den letzten paar Jahrzehnten von der Interessenvertretung der Geringverdiener und des Prekariats zur Interessensvertretung der Staatsangestellten und der Frauen gewandelt. Sie sprechen daher weder die Sprache des Prekariats noch teilen sie dessen Erfahrungen. Die Wut des Prekariats artikuliert sich nur noch auf der äussersten Rechten und die Pseudolinke sorgt sich um ihre Klientel. Das männliche Prekariat gehört definitiv nicht dazu.

    Es ist ein Verteil- und Machtkampf. Das ist es.

      terminatus30 geantwortet:
      März 12, 2012 um 8:21 am

      Könntest Du darauf verlinken?

      Nein.

      Libertäre Anschauungen sind wenig überraschend vor allem bei denjenigen populär, die der Überzeugung sind, dass sie nie staatliche Unterstützung benötigen werden.

      Dazu zähle ich mich nicht.

      Der Kern der Männerrechtsbewegung aber ist Teil des Prekariats

      In der Artikulation nicht.

      Die Interessenvertretung des Prekariats aber ist die klassische Linke, die sich primär an den Kategorien der sozialen Klassen orientierte, um ihre Klientel zu identifizieren.

      Wenn du das „ist“ durch ein „war“ ersetzt, stimme ich zu.

      Das Prekariat ist auf staatliche Unterstützung angewiesen. Libertarismus hat diesen Menschen rein gar nichts anzubieten ausser hohlen Phrasen von “Selbstverantwortung” und der “Freiheit” (des Kapitals, die Freiheit, die man sich leisten kann).

      Sicherliche ein Streitpunkt. Ich kann deine Meinung für einen Teil des Prekariats nachvollziehen, für einen anderen nicht.

      Dies führt zwangsläufig zur Pervertierung klassischer linker Politik, was am Engagement für ohnehin privilegierte Frauen (Stichwort Frauenquote für Vorstände, da kommt ja wohl nicht die Aldikassierin zum Zug) klar ersichtlich wird.

      Dem stimme ich vollumfänglich zu.

      Das männliche Prekariat hat keine glaubwürdige politische Vertretung mehr und radikalisiert sich deswegen, manchmal bis zum extremen rechten Rand. Genau da will man sie haben.

      Na Peter, jetzt nicht übertreiben. Mir ist bis jetzt ein einziger rechts-konservativer Männerrechtler, von mir aus auch radikal-reaktionärer Männerrechtler begegnet und ich kenne mich mittlerweile, was die Internetszene betrifft, doch schon ein wenig aus.

      Eine Vertretung der Interessen des Prekariats aber kann niemals eine libertäre politische Kraft sein sondern nur eine klassische Linke.

      Darum hat ein Ron Paul, nach Umfragen, bei den jungen Wählern in den USA (18-29), egal ob republikanisch oder demokratisch, auch eine Zustimmung von knapp 50%.

      Es ist ein Verteil- und Machtkampf.

      War es das nicht immer?

    Was will Arne Hoffmann? « zum-mannsein-geboren sagte:
    März 12, 2012 um 9:38 am

    […] die durch ständiges Wiederholen auch nicht geistreicher werden, bis zu Blogeinträgen wie aktuell “Wer braucht linke Männerrechtler?”, wo es heißt: “Meine Erfahrung mit linken Männerrechtlern – Hoffmann ausgenommen – ist, […]

    Manifold sagte:
    März 12, 2012 um 2:25 pm

    Hoffmann heult sich in einem aktuellen Blogeintrag unter anderem auch über deinen Eintrag hier aus:

    http://genderama.blogspot.com/2012/03/warum-ich-wieder-blogge.html

    Dass linke Männeraktivisten den Kampf für Männerrechtler nicht ernst nehmen, geben sie ja selber zu:


    Auch der Männerverein Agens e.V., bei dem die ehemalige Gleichstellungsbeauftragte Monika Ebeling Mitglied ist, befürwortet Geschlechterpolitik, auch wenn sie der jetztigen Gleichstellungspolitik in vielen Punkten widersprechen. So lehnen sie den dort vorherrschenden Genderismus ab, jedoch auch den Kampf für Männerrechte, genauso wie Männer.ch diese nicht in den Mittelpunkt ihrer Tätigkeit rücken will:

    „Agens Grundüberzeugung ist: […] Mann und Frau ergänzen sich bei Bewahrung ihrer anthropologischen Besonderheiten und ihrer individuellen Lebensentwürfe ohne einen Kampf um Rechte von Mann oder Frau.“ (hier; das fett markierte Wort ‚ohne‘ stammt von Agens e.V. selbst)

    „Wir verweigern uns dabei dem einfacheren Weg, uns als «Emanzipationsverlierer» zu gebärden und die (durchaus bestehenden) Diskriminierungen von Männern ins Zentrum unserer Arbeit zu stellen.“ (hier; von Männer.ch)

    http://sonsofperseus.blogspot.com/2011/06/der-fall-goslar-geschlechterpolitk-und.html

    Doch wir kann man als Männerrechtler ernst genommen werden, wenn man sich nicht primär für Männerrechte einsetzt?

    Maskulistische Grüsse,
    Manifold

    Die Söhne von Perseus

    Baruch Rozenberg sagte:
    März 12, 2012 um 3:03 pm

    Tausend Priester starben in Dachau! Das sind ja fast 2 %!!!

    James T. Kirk sagte:
    März 12, 2012 um 4:32 pm

    Hallo Termi,

    wo ist denn der Link zu Alles Evolution?

    Könntest du das mal erklären?

    Zu Peters Frage: Könntest du vielleicht die Artikel von Christian nennen?

    Bei Christian habe ich bisher nur Kommunisten rumhängen sehen.

    Homosexuelle verbrüdern sich naturgemäß.

    Daß da feministische Groupies rumhängen, damit muß man leben können.

    Du kannst da doch kein Diskussionsniveau erwarten.

    James T. Kirk sagte:
    März 12, 2012 um 6:52 pm

    Terminatus-Blog-Bingo:

    Wikipedia – Ermächtigungsgesetz:

    Hitlers Absicht war es, den Reichstag auszuschalten und die Verfassung de facto außer Kraft zu setzen. Um dies zu erreichen, wurde zunächst die Geschäftsordnung des Reichstages geändert, um formal den Anwesenheitsanforderungen trotz Inhaftierung und Abwesenheit der kommunistischen Abgeordneten gerecht werden zu können, und danach – im Beisein illegal im Reichstag anwesender bewaffneter und uniformierter SA- und SS-Angehörigen – dann unter der neuen Geschäftsordnung das Ermächtigungesgesetz beschlossen.

    Alle Parteien außer der SPD stimmten sowohl der Änderung der Geschäftsordnung wie auch dem „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“ zu; wegen der Gegenstimmen der SPD waren für das Erreichen der Zweidrittelmehrheit und die endgültige Annahme des Gesetzes die Stimmen der Zentrumspartei ausschlaggebend.

    Terminatus:

    Es waren Katholiken, die geschlossen für die Zentrumspartei und gegen die NSDAP stimmten. Aber auf das wird immer wieder vergessen. Es sind nicht nur Homosexuelle unter Hitler verfolgt worden, allerdings wäre es wohl nicht politisch korrekt, auf Folgendes hinzuweisen:

    Die Zentrumspartei (Nachfolgeorganisation: CDU) stimmte geschlossen für das Ermächtigungsgesetz und war ausschlaggebend für den Weg in die Diktatur.

      terminatus30 geantwortet:
      März 12, 2012 um 7:15 pm

      Terminatus:

      Es waren Katholiken, die geschlossen für die Zentrumspartei und gegen die NSDAP stimmten. Aber auf das wird immer wieder vergessen. Es sind nicht nur Homosexuelle unter Hitler verfolgt worden, allerdings wäre es wohl nicht politisch korrekt, auf Folgendes hinzuweisen:

      Die Zentrumspartei (Nachfolgeorganisation: CDU) stimmte geschlossen für das Ermächtigungsgesetz und war ausschlaggebend für den Weg in die Diktatur.

      Ja und, was ist an meiner Aussage falsch? Es waren Katholiken, die zum damaligen Zeitpunkt, mW geschlossen für die Zentrumspartei und nicht für die NSDAP stimmten.

    James T. Kirk sagte:
    März 12, 2012 um 7:51 pm

    Es waren Katholiken, die zum damaligen Zeitpunkt, mW geschlossen für die Zentrumspartei und nicht für die NSDAP stimmten.

    Was willst du denn mit dieser Aussage genau bedeuten?

    Und was sagst du dazu, daß die Zentrumspartei ausschlaggebend war für die Annahme des Ermächtigungsgesetzes?

    Sie hätte mit einem Nein die Annahme dieses Gesetzes verhindern können.

    Bedeutet dies nun, daß von konservativen Antifeministen nichts zu halten ist?

      terminatus30 geantwortet:
      März 12, 2012 um 8:35 pm

      Und was sagst du dazu, daß die Zentrumspartei ausschlaggebend war für die Annahme des Ermächtigungsgesetzes?

      Was soll ich dazu sagen? Da ich keine Behauptung dahingehend getätigt habe ist es doch irrelevant.

      Sie hätte mit einem Nein die Annahme dieses Gesetzes verhindern können.

      Stimmt.

      Bedeutet dies nun, daß von konservativen Antifeministen nichts zu halten ist?

      Verstehe die Schlusskette nicht. Da ich die Prämissen nicht teile, wie sollte ich dann die Konklusion teilen?

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