Was will Arne Hoffmann?

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Arne Hoffmann, den ich persönlich nicht kenne (und das ist auch gut so), ist der Auffassung, dass er mich als Negativbeispiel erwähnen muss. Er schreibt auf seinem Blog Genderama

In Internetforen und –blogs der Männerbewegung wird gegen linke Männerrechtler schon seit langem ordentlich Stimmung gemacht. Das geht vom unaufhörlichen Kläffen der immer selben Parolen („Linke sind die Pest“), die durch ständiges Wiederholen auch nicht geistreicher werden, bis zu Blogeinträgen wie aktuell „Wer braucht linke Männerrechtler?“, wo es heißt: „Meine Erfahrung mit linken Männerrechtlern – Hoffmann ausgenommen – ist, dass sie den Kampf um die Gerechtigkeit für Jungen und Männer lieber den konservativen Männerrechtlern überlassen. Da wird dann häufig in Elfenbeintürmern über Unrecht lamentiert und nebenher noch fleißig gegen konservative Kollegen gefeuert. Halbherzig wird für Jungen- und Männerrechte eingetreten.“

„Ordentlich Stimmung machen gegen linke Männerrechtler“, wenn man schreibt, dass man selbst! keine linken Männerrechtler braucht, erscheint mir ein wenig weit hergeholt zu sein, Herr Hoffmann. Wenn ich schreibe, dass ich persönlich, die mir auf jedem Onlineformat eines Printmediums entgegenspringenden eindeutigen Inhalte ablehne, mache ich dann „ordentlich Stimmung“ gegen die außerehelich „Liebe“suchenden?

Doch weiter:

Ein derart weltfremder Eindruck kann eigentlich nur entstehen, wenn man selbst nie in Gruppen wie z. B. AGENS mitgearbeitet hat, wo die geschätzte Hälfte aller Mitglieder politisch links stehen, wenn man von den Linken bei MANNdat keine Ahnung hat und wenn man es generell als Zeichen höchster Aktivität betrachtet, die Blogs und Foren der eigenen Gemeinde vollzuschreiben, womit man NICHTS erreicht, außer das eigene Ego durch den erwartbaren Beifall zu stärken.

Ich finde es zutiefst totalitär und intolerant, persönliche Meinungen – deutlich gekennzeichnet – anderer Menschen, auf ihren eigenen Blogs, als weltfremd zu bezeichnen und im Folgenden über eine Autoritätsargumentation zu diffamieren zu suchen. Außerdem scheint Hoffmanns Verständnis von Links und Rechts nicht meinem zu entsprechen, daher referiert nicht einmal hier seine „Kritik“ auf mich. Aber Hoffmann hat Recht, ich schreibe – davon ausgehend, dass ich hier gemeint bin – „die Blogs und Foren der eigenen[!, terminatus30] Gemeinde voll“, ohne Beifall allerdings. Nebenbei eruiere ich 150 Studien zu weiblicher Gewalt – davon 110 nicht in Fieberts Bibliografie enthalten – und vernetze mich österreichweit. Das machen doch Leute, die keine Ahnung haben – oder?

Ich kann hier nur, in Anlehnung an Feyerabend (Erkenntnis für freie Menschen, 102) erwidern:

Arne Hoffmann ist ein berühmter Herr. Er kann es sich also leisten, im Stil eines Sonntagslesers mein Blog zu überfliegen und seine falschen Eindrücke niederzuschreiben.

Vielleicht sollte Arne Hoffmann sich die Artikel von Michael Klein besser zu Gemüte führen. Sehr zu empfehlen, wenn er hier mitliest, Beta-Blocker gegen Hysterie.

Ich schließe mit Feyerabend

Aber Helmut, Baby, reg Dich doch nicht so auf! Was willst Du denn?

Feyerabend: Erkenntnis für freie Menschen, Frankfurt am Main: Suhrkamp 2003, 104.

3 Kommentare zu „Was will Arne Hoffmann?

    Michael Klein sagte:
    März 12, 2012 um 11:34 am

    Hallo Termi,

    lehn‘ Dich zurück und nimm’s locker. Ich als Betreiber des Wissenschaftsblogs, der dem (offensichtlich) Medienwissenschaftler Hoffmann erklärt hat, dass es die Toleranz eines Liberalen erfordert, jeden unabhängig von seiner politischen Ideologie zu Wort kommen zu lassen und niemandem mit totalitärem Sprechverbot entgegen zu treten, machs’s auch so. Immerhin scheint die Wunde dieser Erklärung noch nach Monaten nachzuwirken (ich selbst hatte es längst vergessen…). Abgesehen davon, scheinen mir hier Steine aus dem Glashaus zu fliegen, denn die Agitation vermeintlich rechter Männerrechtler gegen vermeintlich linke Männerrechtler ist nicht von der Agitation vermeintlich linker Männerrechtler gegen vermeintlich rechte Männerrechtler verschieden. Ein Unterscheid ergbit sich nur, wenn man dem einen einen höheren Wert zuweist als dem anderen, was dann notwendig, da nicht begründbar, im Totalitarismus endet. Deshalb bin ich liberal, denn es ist die einzige Alternative zum Faschismus (links wie rechts).

    Es ist nur schade, dass es nach all den Jahren, die es die Männerbewegung nun gibt, es immer noch nicht gelungen ist, die Ziele der Männerbewegung unabhängig von politischem Stumpfsinn, ob von rechts oder links zu betrachten. Das ist der Hauptgrund dafür, dass die Männerbewegung bislang nicht viel erreicht hat. Denn es ist so einfach, die Männer auseinander zu dividieren und in rechte oder linke Männerrechtler zu spalten. Divide et impera, war schon immer das Erfolgsrezept der Machthaber…

    James T. Kirk sagte:
    März 12, 2012 um 4:25 pm

    “Ordentlich Stimmung machen gegen linke Männerrechtler”, wenn man schreibt, dass man selbst! keine linken Männerrechtler braucht, erscheint mir ein wenig weit hergeholt zu sein, Herr Hoffmann.

    Sei doch mal ehrlich Termi,

    „Wer braucht linke Männerrechtler?“

    = Auf die können wir pfeifen.

    Dein Text erzeugt sehr fragwürdige Suggestionen, daß beispielsweise historisch vier konservative gegen die Nazis gewesen seien, aber nur drei linke.

    Was soll das?

    Ich finde, Arne Hoffmann hat tendenziell recht. Du mußt ihm zugute halten, daß er eine Art Projektionsfläche ist und daher in vielerlei HInsicht auf die Birne bekommt und sicherlich weitaus Schlimmeres als Deine Äußerungen geschickt bekommt.

    Und diese Leute gibt es ja tatsächlich, die gegen alles Linke hetzen.

    Mein persönlicher Eindruck ist, daß die Linken da insgesamt entspannter sind, souveräner.

    Also, ich denke, dieser ganze Ballast führt zu Hoffmanns Statement und da bist du jetzt mit reingeraten.

    Also Loite, immer locker bleiben. Der Endsieg wird sowieso erreicht, auch wenn wir uns zerfleischen.

    Bei einer Sache hat Hoffmann aber etwas unrecht.

    Das mit dem Bloggen und Kommentieren bringt auch etwas.

      terminatus30 geantwortet:
      März 12, 2012 um 6:29 pm

      “Wer braucht linke Männerrechtler?”
      = Auf die können wir pfeifen.

      Nein, das ist erst einmal eine Frage, die ich dann für mich auf meinem Blog beantwortet habe – wo ist das Problem?

      Dein Text erzeugt sehr fragwürdige Suggestionen, daß beispielsweise historisch vier konservative gegen die Nazis gewesen seien, aber nur drei linke. Was soll das?

      Dir fehlt die Kontextualität zum Beitrag.

      Ich finde, Arne Hoffmann hat tendenziell recht. Du mußt ihm zugute halten, daß er eine Art Projektionsfläche ist und daher in vielerlei HInsicht auf die Birne bekommt und sicherlich weitaus Schlimmeres als Deine Äußerungen geschickt bekommt.

      Arne Hoffmann interessiert mich persönlich nicht. Er hat viel für die Männerrechtsbewegung getan. Punkt. Schlimmeres als MEINE Äußerungen? Wenn Arne Hoffmann in einem Beitrag mein Blog erwähnt, mir bestimmte Dinge unterstellt und mich in ein gewisses Eck drängen will, dann ist eine Replik, die sehr moderat ausfiel, angebracht.

      Der Endsieg wird sowieso erreicht, auch wenn wir uns zerfleischen.

      Du sprichst von „Endsieg“ und regst dich über mich auf?

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