Degendering Science – worin Evolutionsbiologen fatal irren

Gepostet am Aktualisiert am

Die meisten Naturwissenschafter sind sich wohl darin einig, dass die Entstehung und Veränderung der Arten durch die biologische Evolutionstheorie, welche den Stand der Forschung zu dieser Frage widerspiegelt, beschrieben wird. Dabei würde wohl niemand anhand der sich präsentierenden Faktenlage auf den Gedanken kommen, die Zweigeschlechtlichkeit um der Fortpflanzung und des Fortbestehens der Art Willen, als evolutionären Prozess zu leugnen, zumal sich die sexuelle Fortpflanzung bereits vor über 600 Millionen Jahren etabliert zu haben scheint.

Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, wenn sich Evolutionsbiologen gegen kreationistische Lesarten der Evolution wenden. Dabei, so scheint mir, ist hier wissenschaftlich kein Kampf zu führen und die politische Diskussion ist keine wissenschaftliche. Für viel gefährlicher erachte ich hier einen anderen „Feind“, welcher von weiten Teilen der Naturwissenschaften noch gar nicht als solcher wahrgenommen wird. Dieser „Feind“ vereint pseudowissenschaftliche Ansprüche mit politischer Agitation, was zu noch nicht absehbaren Konsequenzen für die Naturwissenschaften, die Biologie führen wird.

Der Journalist Ferdinand Knauß hat vor einiger Zeit auf scilogs einen interessanten Artikel veröffentlicht. Es geht darin ua. um die totalitär anmutende Kritik der Gender-Theorie an naturwissenschaftlicher, biologischer Erkenntnis. Das gefährliche an dieser Ideologie!, denn Theorien sind in der Regel falsifizierbar, ist meiner Meinung nach das totalitäre Moment, welches sich sehr schön am Projekt „Degendering Science“ des Erziehungswissenschaftlichen Instituts der Universität Hamburg, von 2002-2006, zeigen lässt.

Ein Ziel war hierbei Folgendes:

In Ergänzung zu diesen Projekten verfolgen wir bei Degendering Science daher die Strategie, das Wissenschaftsverständnis der Naturwissenschaften zu erweitern und Geschlecht auf den Ebenen der Fachinhalte und der Fachkulturen zu thematisieren.

Das hört sich erst einmal „neutral“ – thematisieren ist ja etwas anderes als implementieren – an, wie so vieles aus dieser Ecke. Ist es aber nicht. Dieses „wissenschaftliche“ Bestreben muss sogleich politisch umgesetzt werden. In Ringvorlesungen und Lehrplanimplementierungen wurde dies bis jetzt erreicht.

Dabei ist das Ziel letztlich eindeutig formuliert worden:

Es geht nicht nur darum vorzuführen, dass diese Wissenschaftsdisziplinen ein soziales Unterfangen wie andere auch sind, und damit bewusster umzugehen, sondern auch um eine grundlegende Kritik an der Rolle, die die Naturwissenschaften an der Konstruktion und Erhaltung der Kategorien Geschlecht, Sexualität, „Rasse“, „Behinderung“ usw. und den damit verbundenen gesellschaftlichen Machtverhältnissen spielen. Es geht darum, die Naturwissenschaften zu entmythologisieren, zu dezentralisieren und letztlich zu ändern, und das auch auf der Ebene der Wissensproduktion selbst. …

Der Projekttitel Degendering Science bezieht sich auf die von Judith Lorber formulierte paradoxe Strategie, „die Kategorie Geschlecht zu benutzen, um sie zu überwinden“und ist gleichzeitig ein ironischer Umgang mit der unter NaturwissenschaftlerInnen weit verbreiteten Auffassung, Naturwissenschaft und Geschlecht hätten nichts miteinander zu tun.

Nur, wenn die Kategorie Geschlecht überwunden wird und zwar biologisch, dann hat auch Dobzhanskys Ausspruch „Nichts in der Biologie ist sinnvoll außer im Lichte der Evolution“ keinen Sinn mehr. Haben diese Bestrebungen Erfolg, sei es durch Implementierungen oder Denkverbote, dann ist die Evolutionstheorie, wie wir sie heute kennen, Geschichte.

Und in der Tat, solche Bemühungen scheinen erfolgreich zu sein. Ein wenig „Chancengleichheit“ und „Diskriminierung“ in die Titelgebung miteingebunden und schon erhält man den Prix Poster der Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaften (http://anonym.to/?http://www.erzwiss.uni-hamburg.de/degendering_science/sites_de/berichte_de.html ). Dass diese Diskriminierungsschiene immer noch gut läuft zeigt sich auch beim Eintreten einer der Preisträgerinnen, R. Bauer, ganz wissenschaftlich neutral versteht sich, für Queer-BDSM (http://anonym.to/?http://www.queersm.gmxhome.de/bdsm/ ). Möchte man nicht Menschen mit diesen Einstellungen als Lehrer_innen für die eigenen Kinder gewinnen?

Ich möchte abschließend Knauß zu Wort kommen lassen:

Was in den Gender Studies über die Biologie gedacht wird und wie man sie zu verändern sucht, offenbart zusammenfassend das „Netzwerk Frauenforschung NRW“ in seinen Vorschlägen zur Revision der Universitäts-Lehrpläne:

‚Im Mittelpunkt der geschlechterperspektivischen Studien der Biologie steht zum einen die Frage, wie gesellschaftliche und kulturelle Vorstellungen von Geschlecht in biologisches Wissen eingeschrieben und naturalisiert werden. Zum anderen wird untersucht, wie biologisches Wissen an der Herstellung, Legitimierung, Aufrechterhaltung und Veränderung der gesellschaftlichen Geschlechterordnung teilhat. Biologisches Wissen ist demnach Teil von Geschlechterpolitik.‘

Kritisch zu untersuchen seien vor allem die

‚biologisch-medizinische Wissensproduktion über vermeintliche Geschlechtsunterschiede des Menschen hinsichtlich Gehirn, Intelligenz, kognitiver und körperlicher Eigenschaften und Geschlechtshormone sowie Geschlechterstudien zur Evolutions- und Soziobiologie und der evolutionären Psychologie.‘

Sowie

‚die biologischen Paradigmen, Vorannahmen, die vermittelte Herstellung von Geschlecht und die symbolische Ebene der Geschlechterdifferenzen. Dabei werden Dichotomien in der Biologie analysiert, wie etwa Körper/Geist, Natur/Kultur und Passivität/Aktivität, die geschlechtskodiert und in einem hierarchischen Verhältnis angeordnet sind. So sind die ersten Positionen weiblich markiert und die letzteren männlich belegt und höhergestellt. Diese Struktur findet in den Subtexten biologischer Erzählungen einen Ausdruck. Sei es der aktive männliche Geist, der die Geheimnisse der passiven weiblichen Natur enthüllt, das heldenhafte Spermium, das alle widrigen Umstände überwindet und, seinen Konkurrenten ausstechend, eine Eizelle wach küsst. Oder seien es die Androgene, die während der Embryogenese für die Weiterentwicklung vom weiblichen zum männlichen Gehirn sorgen. Diese geschlechtskodierten Dichotomien stellen Erkenntnis leitende Prinzipien dar, welche die Perspektiven und Wertvorstellungen von Biologen und Biologinnen beeinflussen.‘

Wie wird das noch enden? Wohin werden uns diese gest*** Individuen noch führen? Eines scheint sicher zu sein: Wenn wir uns nicht jetzt wehren, wird ein sich zur Wehr setzen bald illegal sein und wer will schon ein „hate crime“ begehen, wenn er eine sadistische, queer-lesbische Lehrer darauf hinweist, dass man solche Anschauungen nicht im Sexualkundeunterricht der eigenen Kinder haben will.

Ein Kommentar zu „Degendering Science – worin Evolutionsbiologen fatal irren

    egalitarian sagte:
    März 21, 2012 um 7:34 pm

    das heldenhafte spermium? wie wahnhaft oder krank muss man sein wenn man so wertfreie dinge wie proteine für feindbilder hält?!

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