Entwurf einer Stellungnahme – Zur Modernisierung des Hochschulsystems

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In diesem Beitrag möchte ich meine Leser darüber informieren, was es Neues von der Europäischen Frauenrechtsfront zu berichten gibt.

Am 18.01. hat die Abgeordnete Andrea Cesková den Entwurf einer Stellungnahme des Ausschusses für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter für den Ausschuss für Kultur und Bildung zur Modernisierung der Hochschulsysteme Europas (2011/2294(INI)) eingebracht.

Ich zitiere, und bitte die Akademiker unter meinen Lesern vorab, sich nicht zu sehr aufzuregen:

VORSCHLÄGE

Der Ausschuss für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter ersucht den federführenden Ausschuss für Kultur und Bildung, folgende Vorschläge in seinen Entschließungsantrag zu übernehmen:

A. in der Erwägung, dass 60 % der Hochschulabgänger Frauen sind, aber die meisten Führungspositionen an Hochschulen (z. B. Postdoktorandenstellen und Professuren) nach wie vor von Männern besetzt werden;

B. in der Erwägung, dass ein beunruhigend geringer Anteil von Frauen im Bereich der Forschung in Entscheidungsgremien vertreten ist, wobei dieser Anteil in Estland, Polen, Zypern, der Slowakei und der Tschechischen Republik am niedrigsten ist;

1. fordert Hochschulen, die EU-Institutionen und die Mitgliedstaaten auf, junge Frauen zu ermutigen, Fachrichtungen zu studieren, in denen Frauen weiterhin unterrepräsentiert sind, insbesondere Naturwissenschaften, Technologie, Ingenieurwissenschaften und Mathematik, und sie über ihre Möglichkeiten, Forscherinnen zu werden, und die Chancen, die ihnen in der Forschung, einschließlich der angewandten Forschung, offenstehen, zu informieren, um auf diese Weise brachliegende Talente zu entfalten;

2. fordert Hochschulen und Fachhochschulen auf anzuerkennen, dass weibliche Lernende häufig besondere Verantwortlichkeiten außerhalb des Lernumfelds haben und beispielsweise kleine Kinder oder ältere Angehörige betreuen;

3. hält es für notwendig, die Kriterien für eine Beförderung in leitende forschungsorientierte Positionen (z. B. Professuren) zu überprüfen, um diesbezüglich eine konsequente Gleichstellungspolitik zu verfolgen und den Mangel an Frauen in diesen Positionen zu beheben, und anzuerkennen, dass Frauen weitaus eher als ihre männlichen Kollegen ihre Berufstätigkeit unterbrechen, um eine Familie zu gründen;

4. erinnert daran, dass die Hochschulausbildung Frauen mit den notwendigen Mitteln ausstatten sollte, bessere Positionen im privaten Sektor zu erreichen und ihre unternehmerischen Fähigkeiten zu entwickeln und auf diese Weise zu Wachstum und Arbeitsplätzen in der EU beizutragen; betont deshalb, dass Frauen ermutigt werden sollten, sich aktiv an Partnerschaften zwischen Hochschulen und dem privaten Sektor zu beteiligen, z. B. in Form von Unternehmensgründungen oder Ausgliederungen;

5. fordert Hochschulen und Fachhochschulen auf, die Vertretung von Frauen in Entscheidungsgremien im Bereich der Forschung zu erhöhen, um auf diese Weise mehr Frauen für eine Tätigkeit im Hochschulwesen zu gewinnen;

6. bekräftigt, dass die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen weiterhin sehr besorgniserregend ist und im Bereich der Hochschulausbildung Forscherinnen und Professorinnen weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen auf derselben Ebene;

Meine Lieblingssätze sind: „hält es für notwendig, die Kriterien für eine Beförderung in leitende forschungsorientierte Positionen (z. B. Professuren) zu überprüfen“, sprich Frauen jetzt schon leistungsunabhängig zu bevorzugen und „fordert Hochschulen und Fachhochschulen auf, die Vertretung von Frauen in Entscheidungsgremien im Bereich der Forschung zu erhöhen, um auf diese Weise mehr Frauen für eine Tätigkeit im Hochschulwesen zu gewinnen;“ soll heißen, illegitimer Weise Frauen in Entscheidungsgremien zu hiefen, nur, um dadurch mehr Frauen in die Hochschulen zu bekommen. Das heißt, auch hier geht es nicht mehr um eine Bevorzugung bei besserer Qualifikation, nein, hier geht es um die „Vorbildfunktion“.

Eine Frau muss Rektorin werden, ungeachtet ob es zehn besser qualifizierte Männer gebe, um zu zeigen, dass Frauen diesen Job auch ausfüllen können.

Hanebüchener geht es nicht mehr. Wirklich nicht mehr, ohne jeglichen Beleg. Aber, wie gesagt, nicht aufregen. Man muss sich nur immer Gewahr bleiben, dass die erste Aufgabe dieses Ausschusses, nach Selbstauskunft, folgende ist:

  1. die Definition, die Förderung und den Schutz der Rechte der Frau in der Union und damit verbundene Gemeinschaftsmaßnahmen;

Noch etwas am Rande. Für meine I-net affinen Leser. Als ich FEMM das erste Mal ansurfen wollte, erhielt ich folgende Meldung meines PeerBlock’s:

Was das wohl zu bedeuten hat 🙂