Monat: Januar 2012

Toleranz ja – aber bitte nicht als zentrales Staatsprinzip

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Der ehemalige Chefredakteur von Die Presse und Wiener Zeitung, Dr. Andreas Unterberger, vertritt in seinem Online-Tagebucheintrag vom 25. Januar die Meinung:

Eine pluralistisch-rechtsstaatliche Demokratie muss ein zentrales Prinzip haben: Toleranz. Wer nicht andere gefährdet oder bedroht, muss in einer solchen Demokratie ein gleichberechtigtes Existenzrecht haben. Egal ob er den anderen gefällt oder nicht.

Aus meiner Sicht ist diese Behauptung falsch und letzten Endes, wie zu zeigen sein wird, auch nicht ungefährlich.

Was bedeutet Toleranz?
Soweit ich den philosophischen Diskurs verfolgt habe, ist es ziemlich unstrittig, dass Toleranz etwas ist, was man einem Gegenüber, dessen Meinungen man ablehnt, entgegenbringt bzw. heutzutage entgegenzubringen hat, wenn man sich nicht der moralischen Entrüstung des etablierten akademischen (Schein)Konsens‘ aussetzen will. Man erduldet, erträgt (lat.: tolerare) die Überzeugungen des/der Anderen, welche man selbst negativ bewertet oder wie erwähnt, gar ablehnt. In einem weiteren Sinne gilt dies – wie ich finde zu unrecht – auch für Handlungen und Praktiken.

Wie setzt sich Toleranz zusammen?
Professor Rainer Forst versieht in Toleranz im Konflikt (Frankfurt 2003) den Begriff der Toleranz mit drei wesentlichen Komponenten. Notwendigerweise setzt der Begriff der Toleranz erstmal ein ablehnendes Momentum, eine ablehnende Komponente voraus. Um eine gegenteilige Meinung überhaupt tolerieren zu können, muss ich sie ablehnen. Wenn ich sie nicht ablehne, gibt es für mich dahingehend auch nichts zu erdulden, tolerieren. Sogesehen ist auch der Intoleranzvorwurf im Zusammenspiel mit einer unterstellten Homophobie nichtssagend, schief und bedeutungsleer. Wenn es keine rationalen Gründe geben kann, Homosexualität abzulehnen, kann ich auch nicht intolerant sein, wenn ich dies trotzdem tue, da auch Intoleranz dieses basale Momentum der Ablehnung bereits in sich trägt, ohne auf die Gründe einzugehen, eingehen zu müssen. Ich muss Ablehnung bereits als Axiom voraussetzen um den Begriff der Toleranz und im Weiteren der Intoleranz überhaupt mit Bedeutung, Sinnhaftigkeit belegen zu können.

Das zweite Momentum ist eines der partiellen Akzeptanz. Diese Akzeptanz ist schwächer ausgeprägt als die Ablehnung, manifestiert sich jedoch im Extremfall darin, dass die negativ bewertete Aussage des Gegenüber unter verabsolutierenden, vorgelagerten Bedingungen als Aussage zur Kenntnis genommen (bejaht) wird, nach dem Motto: „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg‘ auch keinem andern zu“ oder besser noch: Man weiß ja nie, ob man nicht irgendwann auch eine „abweichende“ Position vertritt. Am besten sicherlich der Verweis auf das fälschlicherweise Voltaire zugeschriebe Zitat: „Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst!“ Die Unsinnigkeit einer solchen Aussage, vor allem wenn sie generalisierend vorausgesetzt wird, lasse ich ohne weitere Erörterung im Raum stehen.

Die dritte Komponente ist die Komponente der Grenzbestimmung. Sie wird, wie Forst anderweitig festhält, dadurch markiert, „dass die Gründe der Ablehnung stärker als die der Akzeptanz sind“ (Forst: Toleranz, in: Düwell et al. [Hg.]: Handbuch Ethik, Stuttgart 2006, 530).

Alle drei Komponenten sind für Forst notwendige Bestandteile der Begriffsbestimmung. Ich folge ihm darin, wobei ich festhalte, dass ich sie nicht für hinreichend halte. Setzen wir diese Komponenten jedoch voraus, so gibt es verschiedene Toleranzkonzeptionen, von denen ich einige kurz erläutern möchte.

Vier Konzeptionen der Toleranz (nach Forst: Toleranz, s.o.)

  1. Erlaubnis-Konzeption
    Mehrheiten erlauben Minderheiten deren abweichende Haltungen zu „leben“, solange bestehende Verhältnisse nicht infrage gestellt werden.
  2. Koexistenz-Konzeption
    Toleranz und Frieden wird ein größerer Wert zugeschrieben als Konflikt und Krieg.
  3. Respekt-Konzeption
    Wechselseitige Achtung bestimmt diesen Gedanken; die Parteien erkennen das Gegenüber als eine politisch und moralisch gleichberechtigt handelnde Person an.
  4. Wertschätzungs-Konzeption
    Ein ethisches Konzept, welches dafür steht, dass „innerhalb eines geteilten, wenn auch pluralistischen Wertehorizones […] diese Überzeugungen und Praktiken als (partiell kritisierbare) Verkörperungen des Guten bzw. der Wahrheit angesehen [werden, terminatus30]“(Ibid., 532).

Österreich, Demokratie und Staatsprinzip
In einer Demokratie oder wie in Österreich, einer parlamentarischen Demokratie, einem demokratischen Bundesstaat, welcher seit 1920 als semipräsidiale parlamentarische Republik eingerichtet ist, herrscht, ganz allgemein gesprochen, das Volk. Indirekt, über die Wahl der Volksvertreter – obwohl diese ein freies Mandat haben – ist der Bürger somit an der Gesetzgebung „beteiligt“. Hier zeigt sich schon, dass eine indirekte Demokratie dem normativen Status des Subjektes nicht gerecht werden kann. Die Gewählten herrschen über die Wähler, scheinlegitimiert durch die Abgabe des Wählerwillens. Dies ist ein diametraler Gegensatz zur republikanischen Verfassung, welche festlegt, dass das Recht vom Volke, vom Bürger ausgeht. Für den demokratischen Rechtsstaat, wie Köchler richtig festhält, „gilt das Prinzip der Gewaltenteilung als unverzichtbarer Bestandteil eines Systems, das nur durch ‚checks and balances‘ Legitimität gegenüber den Machtunterworfenen beanspruchen kann“ Dies, so Köchler weiter, führt unweigerlich dazu, dass die Legislative nichts anderes als das Ausführungsorgan der Exekutive (hinter der wiederum die diversen Lobbies und Interessengruppen stehen) ist (Köchler: Demokratietheorien im Schnittpunkt von Verfassung und politischer Wirklichkeit, in: Ders.: Neue Wege der Demokratie. Demokratie im globalen Spannungsfeld von Machtpolitik und Rechtsstaatlichkeit, Springer 1998, 24). Nicht nur, dass Lobbygruppen indirekt in den Gesetzgebungsprozess involviert sind, mehr noch, seit dem Beitritt zur Europäischen Union und den daraus resultierenden Folgeverträgen, ist das Demokratieprinzip, als Strukturprinzip der Verfassung (der Summe der Spielregeln, die zur Ordnung der Macht dienen [vgl. Pelinka: Grundzüge der Politikwissenschaft, Böhlau 2000, 34]) umgangen worden. Welche Macht geht denn hier noch vom Volke aus?

Toleranz, Staat und Postmoderne
Toleranz, das kann man wohl allgemein festhalten, veranlasst jede Person einen Schritt zurückzutreten und gegen seine eigenen Überzeugungen, andere, nicht geteilte, grundsätzlich anzuerkennen. Eine solche Haltung kann nur sinnvoll sein, wenn man sich selbst und seine Familie als „Staat“ im Staat und den öffentlichen Raum grundsätzlich frei von Persönlichem begreift. Man muss davon ausgehen, dass freie Individuen sich, wie im antiken Griechenland, am Stadtplatz (Agora) treffen und über die Gemeinschaft betreffende Dinge handeln. Danach gehen sie wieder in ihren „Staat“, ihr Heim zurück und leben ihr Leben. Das alles ist eine schöne Vorstellung, dennoch bar jeder Relevanz für moderne Nationalstaaten. Wir können nicht davon ausgehen, dass, von uns aus betrachtet falschen Überzeugungen und Lebensweisen keine Auswirkungen auf die eigene Lebensweise haben. Der Mensch ist ein Gemeinschaftswesen, als solches trägt er seine Anschauungen mit sich herum und versucht in einem mehr oder weniger bestätigenden Umfeld zu leben: Er versucht seine Haltungen zu verallgemeinern. Dies wirkt sich öffentlich aus!

Wir haben beispielsweise Kinder, die verpflichtend Schulen besuchen müssen und dort vom Staat indoktriniert werden. Wir können nicht am öffentlichen Leben teilhaben, ohne dem staatlichen Einfluss, dem Einfluss von Lobbygruppen, der postmodernen Wissenschaft ausgesetzt zu sein. Hier kommt die Postmoderne als Akteur ins Spiel. Richtig eingesetzte „Politische Korrektheit“ und „Diskriminierungsdiskurse“ werden zur nicht legitimierten Norm erhoben, ein Faktum und setzen sich als faktische Kraft des Normativen als Zwangsinstrumente über die Souveränität des Individuums. Da dieses Machtinstrument ein Instrument der Minderheiten ist, werden alle aufgeführten Konzeptionen der Toleranz negiert.

Konklusion
Es sei jedem freien Bürger überlassen, tolerant zu sein oder nicht. Fakt ist, dass wir keine normativ-setzende Kraft der Toleranz in einem schon nicht existenten demokratischen Staat brauchen sondern einen auf naturrechtlichen Prinzipien aufbauenden Staat rechtspositivistischer Prägung, in welchem das Volk und nicht Interessensgruppen entscheidet. Das Gesetz schützt den Bürger vor Übergriffen und ahndet beispielsweise eine üble Nachrede. Warum Amoral mit Moral begegnen? Belassen wir es dabei. Die USA sollten uns hierin „noch“ ein Vorbild sein. Somit entbiert die Behauptung: „Eine pluralistisch-rechtsstaatliche Demokratie muss ein zentrales Prinzip haben: Toleranz. Wer nicht andere gefährdet oder bedroht, muss in einer solchen Demokratie ein gleichberechtigtes Existenzrecht haben“ jeder Logik. Das Recht auf die eigene Existenz, das Recht am Leben, ist im Übrigen naturrechtlich und rechtspositivistisch legitimiert. Ein Toleranzprinzip als Staatsprinzip führt in die Herrschaft des am Zeitgeist orientierten, hergestellten Konsens‘ zwischen verschiedensten Interessensgruppen, Medien und dem Machtapparat. „Gleichheit vor dem Gesetz“ wird zu „positiver Diskriminierung“ und „Vater“ und „Mutter“ wird zu „Elter1,2,3…“ Solche Vorgehensweisen sind faschistoid und totalitär und führen letztlich nur dazu, dass Populismus genährt und wie Platon richtig erkannt hat, die Demokratie als nicht-beste Staatsform von einer echten Tyrannis abgelöst wird. Allerdings wird dies nicht über die Unersättlichkeit der Freiheit, welche heute über den Konsum und die Sexualisierung, die „Brot und Spiele“ der Jetztzeit erfolgen sondern über die Rückbesinnung der Menschen auf ihr So-Sein, wie wir sie schon jetzt ua. im Internet erfahren können.

DerStandard – dümmer gehts immer

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Immer wenn man denkt, es geht nicht dümmer, gibt es Nachrichten, die einen auf den Boden der Tatsachen zurückholen. So geschehen in der Online-Ausgabe des Standard‘. Darin wird unter „Männerrechtler“ sind frauen- und männerfeindlich zugleich“ von mir schon erörterte „Expertise“ Rosenbrocks als „Studie“ angepriesen. Auf Spatzenpost-Niveau wird zu Beginn Folgendes in den Raum gestellt:

Die sogenannte Männerrechtsbewegung richtet sich in erster Linie gegen die Gleichstellung von Frauen, Emanzipation und Feminismus. Sie nutzt dabei insbesondere das Internet und fällt in der Regel durch Hasssprache und -propaganda („Hate Speech“) auf.

Ganz dem journalistischen Ethos verpflichtet, wie man es normalerweise von dieStandard kennt, wird die Männerrechtsbewegung als „sogenannte“ Männerrechtsbewegung eingeführt, was deren Existenz sogleich zu relativieren sucht. Auch wird festgehalten dass man sich gegen Gleichstellung richtet, was jeder demokratisch denkende Mensch tun sollte. Gegen Gleichstellung für Gleichberechtigung; ich weiß, das ist für viele Journalist_innen schwer zu verstehen. Und wenn man sich für erreichte Gleichberechtigung zu 100% ausspricht, braucht es auch keine Emanzipation und keinen Feminismus diesbezüglich mehr. GleichstellungsEMANZIPATION, GleichstellungsFEMINISMUS braucht niemand. Interessant auch, wie im legalen Bereich geäußerte Meinungen als „Hate Speech“ dargestellt werden; also folglich wohl geahndet werden sollten, wie die Holocaustleugnung, darauf läuft es hinaus. Doch weiter.

Frau Unmüßig von besagter Böll-Stiftung, wird noch angeführt:

Wir müssen damit rechnen, dass sich rechtsextreme Haltungen und eine ‚Ideologie der Ungleichwertigkeit‘ weiter ausbreiten. Das bedroht die demokratische Basis und spielt vor allem dem Rechtspopulismus in die Hände.

Gegen Gleichstellung zu sein ist rechtsextrem, dafür einzutreten Ungleichartigkeit festzuhalten – Männer und Frauen sind nicht gleichartig! – und Gleichwertigkeit zu propagieren, wird abgewertet, als gegen die demokratische Basis, dem Rechtspopulismus in die Hand spielend dargestellt.

Prost Mahlzeit!

Masku aus der Tonne

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Masku aus der Tonne

Masku sagt:

Schämt euch nicht eurer Männlichkeit!

Lasst euch von Frauen nicht bevormunden!

Ist Gerhard Amendt homophob?

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Hinrich Rosenbrock unterstellt in seiner „Expertise“ – ich halte diese Arbeit für keine Expertise im wissenschaftlichen Sinne – für die Heinrich-Böll-Stiftung, erschienen in Band 8 der Heinrich-Böll-Stiftung, Schriften des Gunda-Werner-Instituts, unter dem Titel Die antifeministische Männerrechtsbewegung. Denkweisen, Netzwerke und Online-Mobilisierung Professor Dr. Gerhard Amendt eine homophobe Einstellung, mit Verweis auf tief sitzende homophobe Vorurteile.

Wir wollen uns besagten Teil der „Expertise“ in der Folge ansehen. Zuvor möchte ich noch etwas zu Professor Amendt schreiben. Professor Dr. Amendt ist ein deutscher Soziologe und war bis zu seiner Emeritierung 2003 Professor am Institut für Geschlechter- und Generationenforschung der Universität Bremen. Noch vor Kurzem (Winter 2011) wurde Professor Amendt auf emma.de von der wohl immer noch bekanntesten und einflussreichsten linken Feministin Deutschlands, Alice Schwarzer, ein gute[r] Ruf in linksliberalen Kreisen, für die Vergangenheit zugestanden.

Doch kommen wir nun zu besagtem Werk. Auf den Seiten 53 und 54 sind die Aussagen und Behauptungen bzw. Schlussfolgerungen zur angeblichen Homophobie Professor Amendt’s zu lesen. Ich zitiere den gesamten Text, samt Fußnoten und erörtere im Folgenden den Text, in dem ich ihn in zwei Teilbereich aufgliedere:

Außerdem setzt er sich mit Fragen zu Elternschaft und Vaterschaft auseinander. In diesem Kontext lehnt Amendt «homosexuelle Fortpflanzung aus Interesse am Wohl der Kinder und der Kultur» ab und sieht im Kontext von Scheidungen vor allem das Problem des «Vaterschaftsverlustes» durch «Scheidungsmythen», womit er die – nicht belegte – Abwertung von Männern u.a. durch ihre Exfrauen meint.129 Eine homophobe Einstellung findet sich auch [Hervorhebung, terminatus30] noch in weiteren Äußerungen. So behauptet Amendt ohne Beleg, dass «lesbische Beziehungen nach dem Stand der Forschung keineswegs himmlische, sondern erheblich gewalttätigere Verhältnisse als heterosexuelle Beziehungen sind.»130 Demgegenüber stellte Constance Ohms fest, dass es in Deutschland keine quantitativen Untersuchungen zum Vorkommen von häuslicher Gewalt in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften gibt. Der Vergleich mit anderen Ländern lege aber nahe, dass Gewalt in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften «annähernd so häufig anzutreffen ist wie in heterosexuellen».131 Solche pauschalen Äußerungen ohne Belege verweisen auf tief sitzende homophobe Vorurteile [Hervorhebung, terminatus30].

129 Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft [Hrsg.]: Kultur, Kindeswohl und homosexuelle Fortpflanzung, von Gerhard Amendt: http://www.dijg.de/amendt-kindeswohl.html und Amendt, Gerhard (2005): Vätererfahrungen nach der Trennung vom Ehe- oder Lebenspartner. Abschlubericht. Textversion ohne Statistiken. 23. April 2005, Abruf: http://members.aon.at/namendtl/media/Abschlussbericht.pdf, S. 5/6.

130 Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft [Hrsg.]: Konflikte sind gemeinsam zu lösen, von Gerhard Amendt, Abruf: http://www.dijg.de/pressemitteilungen/konflikte-ehe-partnerschaft-loesen/?sword_list%5B0%5D=amendt, Abruf: 30.08.11 und Freie Welt[Hrsg.]: Homepage: http://www.freiewelt.net/nachricht-5880/schwarzer-%FCber-die-familienministerin.html, Abruf: 30.08.11.

131 Ohms, Constance (2006): Gewalt gegen Lesben und häusliche Gewalt in lesbischen Zusammenhängen – Auswertung der Erhebungsbögen der Lesbenberatungsstellen und Lesbentelefone, S. 8 f, http://www.broken-rainbow.de/material/BR_Bundeserhebung_02_04.pdf Abruf: 30.08.11.

  • Außerdem setzt er sich mit Fragen zu Elternschaft und Vaterschaft auseinander. In diesem Kontext lehnt Amendt «homosexuelle Fortpflanzung aus Interesse am Wohl der Kinder und der Kultur» ab und sieht im Kontext von Scheidungen vor allem das Problem des «Vaterschaftsverlustes» durch «Scheidungsmythen», womit er die – nicht belegte – Abwertung von Männern u.a. durch ihre Exfrauen meint.129 Eine homophobe Einstellung findet sich auch

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass der Autor die Ablehnung  „homosexuelle[r] Fortpflanzung aus Interesse am Wohl der Kinder und der Kultur“ als eine homophobe Einstellung, was das „auch“ im nachfolgenden Satz insinuiert, bewertet, unabhängig davon, ob Professor Amendt in den verlinkten Beiträgen diese Einstellung nun vertritt oder nicht. Die Ablehnung homosexueller Fortpflanzung aus Interesse am Wohl der Kinder, insofern sie wissenschaftlich untermauert ist, kann ebensowenig als homophob bezeichnet werden, wie die Ablehnung der Adoption von Kindern an Pädophile im Interesse des Kindswohles, insofern diese Ablehnung ebenfalls wissenschaftlich unterfüttert wird als pädophob oder die Ablehnung einer Adoption von Kindern durch heterosexuelle Paare, insofern ein fundierter Zweifel am Kindeswohl besteht, als heterophob. Diskriminiert ein Wissenschafter, der begründet dafür eintritt, Phobien weiterhin als Störungen zu klassifizieren Menschen mit einer Phobie und ist somit im Weiteren phobophob? Come on!!!

In der Tat scheint es so zu sein, dass Professor Amendt  in „Kultur, Kindeswohl und homosexuelle Fortpflanzung“ eine homosexuelle Fortpflanzung in Hinblick auf das Kindeswohl, begründet ablehnt. Ein Aspekt, den es zu berücksichtigen gilt, ist die Frage nach der kindlichen Identität. Wäre ich polemisch, würde ich mit Bezug auf ein Zitat von Amendt behaupten, dass die Anstrebung einer „nicht-identitären“ Sozialisation, welche die gezielte Herausbildung einer Identität vermeidet, damit, so wird es Amendt zufolge von einigen Proponenten der Queer theory (nach Amendt: Villa, Paula-Irene, 2001: Natürlich Queer? Sozioligische Überlegungen zu Natur, Kultur und [Geschlechts-] Körper, in: Andreas Nebelung, Angelika Proferl und Irmgard Schultz [Hrsg.], Geschlechterverhältnisse – Naturverhältnisse, Opladen: Leske und Budrich.) und wohl auch von Heiliger und Engelfried (nach Amendt:  Heiliger, A. und C. Engelfried, 1995: Sexuelle Gewalt: Männliche Gewalt und potentielle Täterschaft, Frankfurt a. M./New York: Campus) vom Deutschen Jugendinstitut in Veröffentlichungen der dem Bündnis90/Die Grünen nahestehenden Heinrich Böll Stiftung (Hervorhebung, terminatus30) (nach Amendt: Krabel, Jens und Sebastian Schädler, 2001: Dekonstruktivistische Theorie und Jungenarbeit, in: Dokumentation der Heinrich Böll Stiftung, Nr. 18, S. 35 – 43) propagiert, „in der Pubertät die Option von vielen Identitäten verfügbar ist“(Amendt: Kultur, Kindeswohl und homosexuelle Fortpflanzung), für Kinder in der Regel als entfremdend und belastend wahrgenommen wird. Aber auch ohne Polemik scheint mir ein Recht auf eigene Idenität ein basales zu sein. Ist es nun homophob, homosexuelle Fortpflanzung in Hinblick auf die kindliche Identitätsbildung, sich daraus – wissenschaftlich belegt -, für das Kind resultierende Störungsmuster, begründet abzulehnen? Ist es homophob einen Teil der Begründungsstrategie pro homosexuelle Elternschaft aus der Queertheorie, welche aktiv eine nicht-identitäre Sozialisation einfordert, in Hinblick auf das Recht des Kindes auf eigene Identität, das Recht des Kindes auf Schutz vor Entfremdung abzulehnen? Ich denke nicht.

Es hat zwar keine Relevanz für die unterstellte Homophobie im ersten Teil, dennoch muss auch festgehalten werden, dass die Behauptung, Professor Amendt würde, die von Rosenbrock so ausgelegten ‚“Scheidungsmythen“ als Abwertung von Männern u.a. durch ihre Exfrauen‘ nicht belegen, unwahr ist. Professor Amendt verweist in „Vätererfahrungen nach der Trennung vom Ehe- oder Lebenspartner“ diesbezüglich in Fußnote 7 auf Sanford Braver, with Diane O´Connell: Divorced Dads. Shattering the Myths, Tarcher-Putnam, New York, 1998.

  • Eine homophobe Einstellung findet sich auch [Hervorhebung, terminatus30] noch in weiteren Äußerungen. So behauptet Amendt ohne Beleg, dass «lesbische Beziehungen nach dem Stand der Forschung keineswegs himmlische, sondern erheblich gewalttätigere Verhältnisse als heterosexuelle Beziehungen sind.»130 Demgegenüber stellte Constance Ohms fest, dass es in Deutschland keine quantitativen Untersuchungen zum Vorkommen von häuslicher Gewalt in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften gibt. Der Vergleich mit anderen Ländern lege aber nahe, dass Gewalt in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften «annähernd so häufig anzutreffen ist wie in heterosexuellen».131 Solche pauschalen Äußerungen ohne Belege verweisen auf tief sitzende homophobe Vorurteile [Hervorhebung, terminatus30].

Die Behauptung eines Professors, dass, nach dem Stand der Forschung lesbische Beziehungen keineswegs himmlische, sondern erheblich gewalttätigere Verhältnisse als heterosexuelle Beziehungen seien, ist eine nachprüfbare Behauptung und zieht, insofern sie stimmt, als Allgemeinplatz in einer wissenschaftlichen Disziplin auch nicht unbedingt einen Beleg nach sich. Hätte er einen solchen Beleg[1], wie z.B. die Studie L.K. Waldner-Haugrud, L.V. Gratch & B. Magruder: Victimization and perpetration in gay/lesbian relationships: Gender differences explored, in: Violence and Victims, 12 (1997), 173-184 angeführt, in welcher die Autoren zu folgendem Schluss kommen: General results indicate that 47.5% of lesbians and 29.7% of gays have been victimized by a same-sex partner, wäre er dann vom Verdacht eine Person mit „tief sitzenden homophoben Vorurteilen“ zu sein, freigesprochen worden? Ebenfalls ist Amendts Behauptung keine pauschale Äußerung. Amendt behauptet keineswegs, dass ALLE lesbischen Beziehungen erheblich gewalttätigere Verhältnisse als heterosexuelle Beziehungen seien. Das mitschwingende „im Allgemeinen“ sollte für einen akademisch gebildeten „Forscher“ (taz) eigentlich eruierbar sein. Man fragt sich, ob Rosenbrock auch Ohms tief sitzende homophobe Vorurteile unterstellt, da sie zu ähnlichen Ergebnissen kommt. Pauschalisiert sie denn nicht, wenn sie von „im Vergleich … nahe legt“ spricht?

Ich kann nur abschließend sagen: Würde mich ein „Forscher“ mit solchen Behauptungen in die homophobe – was immer das auch sein soll – Ecke schieben wollen, hätte ich darüber nachzudenken, ob die Beschreitung des Rechtsweges ein gangbares Mittel wäre, um der Verbreitung solch ehrrühriger Behauptungen entgegen zu wirken.

__________

[1] Ich bitte darum, http://www.sciencedirect.com aufzurufen und nach „domestic violence lesbian“ zu suchen. Ich hatte einen Output von 671 Journalartikeln. Wie nun der Konsens aussieht, darüber muss sich jeder selbst informieren.

Missbrauch in Pflegeberufen

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Ein weiteres Tabuthema, das ich ansprechen möchte, ist der vor allem! weibliche Missbrauch in Pflegeberufen. Dieser wird, natürlich auch von der Wissenschaft einerseits kleingeredet und andererseits über Opfertheorien zu relativieren gesucht.

Aus der wikipedia erfahren wir, bezüglich weiblichen Übergriffen:

  • Die Verurteilung der Krankenschwester M. R. zu elf Jahren Freiheitsstrafe wegen wegen Totschlags in fünf Fällen, fahrlässiger Tötung und Tötung auf Verlangen in je einem Fall 1989 durch das Landgericht Wuppertal. Als ihr Prozess begann, ging die Anklage davon aus, dass die Frau, die seit Oktober 1978 Krankenschwester und später Vertreterin des Oberpflegers auf der chirurgischen Intensivstation der St.-A.-Kliniken in Wuppertal gewesen war, in zwei Jahren 17 Patienten jeweils kurz nach ihrer Verlegung auf die Intensivstation getötet habe. Das Gericht hat sich mit der persönlichen Schuld der Angeklagten befasst. Es hat sich nicht an der Beantwortung der Frage versucht, ob nicht die Gesellschaft den Tod verdrängt, ob sie nicht Leiden und Sterben auf die Ärzte und das Pflegepersonal der Kliniken abwälzt.
  • In Wien ist 1991 ein Prozess gegen vier Hilfsschwestern (Lainz) mit harten Urteilen wegen Mordes beendet worden.
  • 1994 Eine Krankenschwester hatte in einer Klinik im mittelfränkischen Treuchtlingen einer todkranken Frau ein Beruhigungsmittel gespritzt. Kurz nach der Injektion war die 85-Jährige gestorben. „Das Gericht hat keine Zweifel, dass die Angeklagte eine ähnliche Tat nicht mehr begehen wird“. Urteil wegen mit Bewährungszeit drei Jahre. Durch die Presse auch als Ansbacher „Todesspritzenprozess“ bezeichnet. Die Angeklagte war bereits im Mai 1997 wegen versuchten Mordes vom Landgericht Ansbach zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hatte die Entscheidung wegen eines Verfahrensfehlers teilweise aufgehoben.
  • 2005: Unter dem Verdacht, sechs Patienten getötet zu haben, ist in Bonn eine Pflegeassistentin verhaftet worden. Die Frau war aufgefallen, weil sie in den vergangenen Monaten während ihrer Dienstzeit in einem Pflegeheim bei Bonn in vier Fällen gemeldet hatte, die Patientin sei in ihrem Beisein eines natürlichen Todes gestorben. Das teilte die Bonner Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Die Ermittlungen ergaben den dringenden Verdacht, dass sie zwischen Ende 2003 und April 2005 sechs Pflegebedürftige getötet haben soll. Die Leichen seien exhumiert worden und würden noch obduziert. Ermittelt werde noch, wie es zu den ärztlichen Bescheinigungen eines natürlichen Todes gekommen sei. Nach eigenen Angaben habe sie seit 1999 drei weitere Menschen getötet. Nun werden 300 Todesfälle im Heim während ihrer Beschäftigung überprüft. Psychiatrische Gutachten der Verhafteten seien beantragt. Zum Verfahren siehe unten!

Neben einigen Videos, die im Net herumgeistern, möchte ich exemplarisch noch auf diesen Artikel aufmerksam machen.

Abschließend sollte festgehalten werden, dass Sadismus (auch Masochismus, welcher jedoch öfter in „privaten“ Beziehungen kanalisiert werden kann) meines Erachtens in der weiblichen Helferindustrie auch ein Thema ist – welchen Ausmaßes, das bleibt die Frage.

Es gibt eben nicht nur männliche Narzissten, Sadisten und Psychopathen, vermehrt unter Akademikern und Managern sondern eben auch, meist gegenläufig unter weiblichen Managern, Akademikerinnen und Betreuungspersonal, Frau Perner und Frau Jelincic, die da schrieb:

Nicht nur sie hatte Recht, sondern auch die Prostituierten, die ich meist in Escort-Agenturen und Nobelbordellen traf. Sie berichteten davon, dass mächtige Männer ein mitunter bizarres Sexualverhalten pflegten. Eine sagte, sie verteile Ohrfeigen und Hiebe und müsse wüste Beleidigungen aussprechen. Ein andere erzählte vom Wunsch der Männer, erniedrigt zu werden, auf allen Vieren zu kriechen und angespuckt zu werden. Doch das ist die Minderheit.

Ich wage zu behaupten, dass dies bei ähnlich erfolgreichen Frauen die Mehrheit ist, nur gehen diese eben selten ins Bordell, die „müssen“, wollen, können, dürfen dann für Kollegen und Vorgesetzte „herhalten“; auch diese Frauen haben oft Partner daheim.

Vielleicht ist es an der Zeit, dass man auch einmal über solche Themen spricht und nicht nur ein konsensuales Anything Goes, einen Opfermythos Frau, die unbefleckte Empfängnis der Linken, propagiert. Wir sollten nicht unser Menschsein verlieren!

Gemeinsamkeiten fern der Orientierung

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Ich möchte diesen Beitrag nutzen um eine Vermittlerposition zwischen homosexuellen und heterosexuellen Männern, zwischen liberalen und konservativen, welche sich für Jungen- und Männerrechte einsetzen, insofern sie ein Problem miteinander haben, einzunehmen.

Es stellt sich die Frage, welche Probleme, Anschauungen, entzweien sie und gibt es ein tieferliegendes, verbindendes Element oder nicht.

Dazu lade ich euch, meine lieben Leser, ob ihr nun homo- hetero- oder bisexuell seid, links, rechts, oben oder unten, ein, eure Meinung, Anschauung, über euer Weltbild zu posten.

Lasst uns einmal offen über die Probleme auf einer Metaebene handeln. Ich bin mir sicher, wir finden genug Gemeinsamkeiten um vereint gegen den Gleichstellungsfeminismus, die Diskriminierung von Jungen und Männern vorzugehen.

Zu den Regeln:

  1. Keine Beleidigungen! Diese werden editiert
  2. Fragen über die Ätiologie, von Hetero- oder Homosexualität sind nur wertfrei gestattet
  3. Wahrhaftigkeit, Offenheit und Ehrlichkeit werden vorausgesetzt
  4. Frauen sind nicht zugelassen
  5. Wahrheit steht über Politischer Korrektheit
  6. Wahrheit steht über einer etwaigen Diskriminierung, insofern diese nicht ehrrührig ist, ansonsten siehe Punkt 1

Was ist mit der Obsorge?

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