Trash des Tages

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Zum Trash des Tages zähle ich einen Absatz aus dem zweiten österreichischen Männerbericht.

Unter  3.1.1. Die wichtigsten Erkenntnisse ist auf Seite 367 zu lesen:

Nach ökonomischen Überlegungen bei der Realisierung des Kinderwunsches gefragt, ist für Frauen die eigene Arbeit meist von größerer Bedeutung. Das ist kein Widerspruch zum gesellschaftlich verankerten männlichen Ernährermodell, sondern vielmehr Folge dessen. Frauen müssen nach wie vor wesentlich umfassendere Anpassungsleistungen im Bereich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf erbringen als Männer.

Ich weiß nicht wie eure Lesart ist, ich lese den Absatz folgendermaßen: Es wird behauptet, dass Frauen, wenn sie denn einen Kinderwunsch haben und diesen „realisieren“ – wo ist der Mann? – wollen, vor ökonomische Überlegungen gestellt werden, bei denen die eigene Arbeit meist von größerer Bedeutung ist. Dies sei eine Folge des gesellschaftlich verankerten, männlichen Ernährermodells. Erörternd werden die Anpassungsleistungen oder im bekannteren Sprech, die „Doppelbelastung“ der Frau hervorgehoben.

Nun frage ich mich allerdings, was das alles mit dem klassisch-männlichen Ernährermodell zu tun hat? Werden hier Annahmen, Unterstellungen verschwiegen? Das klassisch-männliche Ernährermodell steht ja gerade dafür, dass der Mann die ökonomischen Überlegungen bei der Realisierung des Kinderwunsches der Frau zu machen, die Familie zu „ernähren“ hat und eben nicht die Frau. Ist es nicht eher so, dass der Mann sich zunehmend nicht mehr erpressen lässt, keine Beziehung mehr will, obwohl er in einer Beziehung nach wie vor den Haupternährer gibt, und dieses emannzipieren des Mannes vor der Beziehungsfreudigkeit der Frau die Frau vor die quälenden ökonomischen Fragen stellt, was hier natürlich nicht in dem Maße geschrieben werden kann, denn eigene Erwerbstätigkeit ist ja etwas Tolles.

Die Lösung wird uns auf dem Fuß, im letzten Satz geliefert – zumindest indirekt. Wenn Frauen weniger Anpassungsleistungen zu erbringen hätten, sprich, die Männer wieder Familienmenschen sein, den Ernährer geben würden, zusätzlich noch mehr für die Familie da wären, dann spielten die ökonomischen Überlegungen der Frauen keine Rolle mehr oder eben nur, insofern Frau beschlösse einer Berufstätigkeit nachzugehen.

Wie seht ihr das?

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