Ist Gerhard Amendt homophob?

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Hinrich Rosenbrock unterstellt in seiner „Expertise“ – ich halte diese Arbeit für keine Expertise im wissenschaftlichen Sinne – für die Heinrich-Böll-Stiftung, erschienen in Band 8 der Heinrich-Böll-Stiftung, Schriften des Gunda-Werner-Instituts, unter dem Titel Die antifeministische Männerrechtsbewegung. Denkweisen, Netzwerke und Online-Mobilisierung Professor Dr. Gerhard Amendt eine homophobe Einstellung, mit Verweis auf tief sitzende homophobe Vorurteile.

Wir wollen uns besagten Teil der „Expertise“ in der Folge ansehen. Zuvor möchte ich noch etwas zu Professor Amendt schreiben. Professor Dr. Amendt ist ein deutscher Soziologe und war bis zu seiner Emeritierung 2003 Professor am Institut für Geschlechter- und Generationenforschung der Universität Bremen. Noch vor Kurzem (Winter 2011) wurde Professor Amendt auf emma.de von der wohl immer noch bekanntesten und einflussreichsten linken Feministin Deutschlands, Alice Schwarzer, ein gute[r] Ruf in linksliberalen Kreisen, für die Vergangenheit zugestanden.

Doch kommen wir nun zu besagtem Werk. Auf den Seiten 53 und 54 sind die Aussagen und Behauptungen bzw. Schlussfolgerungen zur angeblichen Homophobie Professor Amendt’s zu lesen. Ich zitiere den gesamten Text, samt Fußnoten und erörtere im Folgenden den Text, in dem ich ihn in zwei Teilbereich aufgliedere:

Außerdem setzt er sich mit Fragen zu Elternschaft und Vaterschaft auseinander. In diesem Kontext lehnt Amendt «homosexuelle Fortpflanzung aus Interesse am Wohl der Kinder und der Kultur» ab und sieht im Kontext von Scheidungen vor allem das Problem des «Vaterschaftsverlustes» durch «Scheidungsmythen», womit er die – nicht belegte – Abwertung von Männern u.a. durch ihre Exfrauen meint.129 Eine homophobe Einstellung findet sich auch [Hervorhebung, terminatus30] noch in weiteren Äußerungen. So behauptet Amendt ohne Beleg, dass «lesbische Beziehungen nach dem Stand der Forschung keineswegs himmlische, sondern erheblich gewalttätigere Verhältnisse als heterosexuelle Beziehungen sind.»130 Demgegenüber stellte Constance Ohms fest, dass es in Deutschland keine quantitativen Untersuchungen zum Vorkommen von häuslicher Gewalt in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften gibt. Der Vergleich mit anderen Ländern lege aber nahe, dass Gewalt in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften «annähernd so häufig anzutreffen ist wie in heterosexuellen».131 Solche pauschalen Äußerungen ohne Belege verweisen auf tief sitzende homophobe Vorurteile [Hervorhebung, terminatus30].

129 Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft [Hrsg.]: Kultur, Kindeswohl und homosexuelle Fortpflanzung, von Gerhard Amendt: http://www.dijg.de/amendt-kindeswohl.html und Amendt, Gerhard (2005): Vätererfahrungen nach der Trennung vom Ehe- oder Lebenspartner. Abschlubericht. Textversion ohne Statistiken. 23. April 2005, Abruf: http://members.aon.at/namendtl/media/Abschlussbericht.pdf, S. 5/6.

130 Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft [Hrsg.]: Konflikte sind gemeinsam zu lösen, von Gerhard Amendt, Abruf: http://www.dijg.de/pressemitteilungen/konflikte-ehe-partnerschaft-loesen/?sword_list%5B0%5D=amendt, Abruf: 30.08.11 und Freie Welt[Hrsg.]: Homepage: http://www.freiewelt.net/nachricht-5880/schwarzer-%FCber-die-familienministerin.html, Abruf: 30.08.11.

131 Ohms, Constance (2006): Gewalt gegen Lesben und häusliche Gewalt in lesbischen Zusammenhängen – Auswertung der Erhebungsbögen der Lesbenberatungsstellen und Lesbentelefone, S. 8 f, http://www.broken-rainbow.de/material/BR_Bundeserhebung_02_04.pdf Abruf: 30.08.11.

  • Außerdem setzt er sich mit Fragen zu Elternschaft und Vaterschaft auseinander. In diesem Kontext lehnt Amendt «homosexuelle Fortpflanzung aus Interesse am Wohl der Kinder und der Kultur» ab und sieht im Kontext von Scheidungen vor allem das Problem des «Vaterschaftsverlustes» durch «Scheidungsmythen», womit er die – nicht belegte – Abwertung von Männern u.a. durch ihre Exfrauen meint.129 Eine homophobe Einstellung findet sich auch

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass der Autor die Ablehnung  „homosexuelle[r] Fortpflanzung aus Interesse am Wohl der Kinder und der Kultur“ als eine homophobe Einstellung, was das „auch“ im nachfolgenden Satz insinuiert, bewertet, unabhängig davon, ob Professor Amendt in den verlinkten Beiträgen diese Einstellung nun vertritt oder nicht. Die Ablehnung homosexueller Fortpflanzung aus Interesse am Wohl der Kinder, insofern sie wissenschaftlich untermauert ist, kann ebensowenig als homophob bezeichnet werden, wie die Ablehnung der Adoption von Kindern an Pädophile im Interesse des Kindswohles, insofern diese Ablehnung ebenfalls wissenschaftlich unterfüttert wird als pädophob oder die Ablehnung einer Adoption von Kindern durch heterosexuelle Paare, insofern ein fundierter Zweifel am Kindeswohl besteht, als heterophob. Diskriminiert ein Wissenschafter, der begründet dafür eintritt, Phobien weiterhin als Störungen zu klassifizieren Menschen mit einer Phobie und ist somit im Weiteren phobophob? Come on!!!

In der Tat scheint es so zu sein, dass Professor Amendt  in „Kultur, Kindeswohl und homosexuelle Fortpflanzung“ eine homosexuelle Fortpflanzung in Hinblick auf das Kindeswohl, begründet ablehnt. Ein Aspekt, den es zu berücksichtigen gilt, ist die Frage nach der kindlichen Identität. Wäre ich polemisch, würde ich mit Bezug auf ein Zitat von Amendt behaupten, dass die Anstrebung einer „nicht-identitären“ Sozialisation, welche die gezielte Herausbildung einer Identität vermeidet, damit, so wird es Amendt zufolge von einigen Proponenten der Queer theory (nach Amendt: Villa, Paula-Irene, 2001: Natürlich Queer? Sozioligische Überlegungen zu Natur, Kultur und [Geschlechts-] Körper, in: Andreas Nebelung, Angelika Proferl und Irmgard Schultz [Hrsg.], Geschlechterverhältnisse – Naturverhältnisse, Opladen: Leske und Budrich.) und wohl auch von Heiliger und Engelfried (nach Amendt:  Heiliger, A. und C. Engelfried, 1995: Sexuelle Gewalt: Männliche Gewalt und potentielle Täterschaft, Frankfurt a. M./New York: Campus) vom Deutschen Jugendinstitut in Veröffentlichungen der dem Bündnis90/Die Grünen nahestehenden Heinrich Böll Stiftung (Hervorhebung, terminatus30) (nach Amendt: Krabel, Jens und Sebastian Schädler, 2001: Dekonstruktivistische Theorie und Jungenarbeit, in: Dokumentation der Heinrich Böll Stiftung, Nr. 18, S. 35 – 43) propagiert, „in der Pubertät die Option von vielen Identitäten verfügbar ist“(Amendt: Kultur, Kindeswohl und homosexuelle Fortpflanzung), für Kinder in der Regel als entfremdend und belastend wahrgenommen wird. Aber auch ohne Polemik scheint mir ein Recht auf eigene Idenität ein basales zu sein. Ist es nun homophob, homosexuelle Fortpflanzung in Hinblick auf die kindliche Identitätsbildung, sich daraus – wissenschaftlich belegt -, für das Kind resultierende Störungsmuster, begründet abzulehnen? Ist es homophob einen Teil der Begründungsstrategie pro homosexuelle Elternschaft aus der Queertheorie, welche aktiv eine nicht-identitäre Sozialisation einfordert, in Hinblick auf das Recht des Kindes auf eigene Identität, das Recht des Kindes auf Schutz vor Entfremdung abzulehnen? Ich denke nicht.

Es hat zwar keine Relevanz für die unterstellte Homophobie im ersten Teil, dennoch muss auch festgehalten werden, dass die Behauptung, Professor Amendt würde, die von Rosenbrock so ausgelegten ‚“Scheidungsmythen“ als Abwertung von Männern u.a. durch ihre Exfrauen‘ nicht belegen, unwahr ist. Professor Amendt verweist in „Vätererfahrungen nach der Trennung vom Ehe- oder Lebenspartner“ diesbezüglich in Fußnote 7 auf Sanford Braver, with Diane O´Connell: Divorced Dads. Shattering the Myths, Tarcher-Putnam, New York, 1998.

  • Eine homophobe Einstellung findet sich auch [Hervorhebung, terminatus30] noch in weiteren Äußerungen. So behauptet Amendt ohne Beleg, dass «lesbische Beziehungen nach dem Stand der Forschung keineswegs himmlische, sondern erheblich gewalttätigere Verhältnisse als heterosexuelle Beziehungen sind.»130 Demgegenüber stellte Constance Ohms fest, dass es in Deutschland keine quantitativen Untersuchungen zum Vorkommen von häuslicher Gewalt in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften gibt. Der Vergleich mit anderen Ländern lege aber nahe, dass Gewalt in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften «annähernd so häufig anzutreffen ist wie in heterosexuellen».131 Solche pauschalen Äußerungen ohne Belege verweisen auf tief sitzende homophobe Vorurteile [Hervorhebung, terminatus30].

Die Behauptung eines Professors, dass, nach dem Stand der Forschung lesbische Beziehungen keineswegs himmlische, sondern erheblich gewalttätigere Verhältnisse als heterosexuelle Beziehungen seien, ist eine nachprüfbare Behauptung und zieht, insofern sie stimmt, als Allgemeinplatz in einer wissenschaftlichen Disziplin auch nicht unbedingt einen Beleg nach sich. Hätte er einen solchen Beleg[1], wie z.B. die Studie L.K. Waldner-Haugrud, L.V. Gratch & B. Magruder: Victimization and perpetration in gay/lesbian relationships: Gender differences explored, in: Violence and Victims, 12 (1997), 173-184 angeführt, in welcher die Autoren zu folgendem Schluss kommen: General results indicate that 47.5% of lesbians and 29.7% of gays have been victimized by a same-sex partner, wäre er dann vom Verdacht eine Person mit „tief sitzenden homophoben Vorurteilen“ zu sein, freigesprochen worden? Ebenfalls ist Amendts Behauptung keine pauschale Äußerung. Amendt behauptet keineswegs, dass ALLE lesbischen Beziehungen erheblich gewalttätigere Verhältnisse als heterosexuelle Beziehungen seien. Das mitschwingende „im Allgemeinen“ sollte für einen akademisch gebildeten „Forscher“ (taz) eigentlich eruierbar sein. Man fragt sich, ob Rosenbrock auch Ohms tief sitzende homophobe Vorurteile unterstellt, da sie zu ähnlichen Ergebnissen kommt. Pauschalisiert sie denn nicht, wenn sie von „im Vergleich … nahe legt“ spricht?

Ich kann nur abschließend sagen: Würde mich ein „Forscher“ mit solchen Behauptungen in die homophobe – was immer das auch sein soll – Ecke schieben wollen, hätte ich darüber nachzudenken, ob die Beschreitung des Rechtsweges ein gangbares Mittel wäre, um der Verbreitung solch ehrrühriger Behauptungen entgegen zu wirken.

__________

[1] Ich bitte darum, http://www.sciencedirect.com aufzurufen und nach „domestic violence lesbian“ zu suchen. Ich hatte einen Output von 671 Journalartikeln. Wie nun der Konsens aussieht, darüber muss sich jeder selbst informieren.

7 Kommentare zu „Ist Gerhard Amendt homophob?

    Michael Klein sagte:
    Januar 23, 2012 um 4:20 pm

    Hallo Terminatus,

    gut auseinandergenommen!

    Den Herrn Rosenbrock, mag ich weder „Wissenschaftler“ noch „Forscher“ nennen , auch nicht in Hochkommata, weil mir beide Begriffe angesichts des ideologischen Mülls, oder – wie ich es in meiner Betrachtung des Werkes lieber genannt habe, des religiösen Katechismus‘ des Herrn R. nicht vom Finger gehen..

    Du hast mit Deiner Darstellung einen wichtigen Schwerpunkt gelegt, den ich etwas vernachlässigt habe: Die Art und Weise, in der ein Nachwuchsschreiber, dessen Vertrag an der Uni Bochum zum Jahresende 2011 ausgelaufen ist, weshalb man ihm die „Expertise“ zugeschustert hat (denn da er nicht mehr an der Uni Bochum ist, kann der fall out des 175seitigen Textes auch nicht seine Herrin treffen), meint, er könne Personen diskreditieren, ist schon unglaublich, und vor 75 Jahren hätte ihn das als Autor für die damals recht beliebte Schrift des Herrn Streicher qualifiziert. Ich möchte nur am Rande darauf hinweisen, dass R. nicht einmal ansatzweise einen Grund für seine Eindordnungen gibt. Deshalb spreche ich von einem religiösen Katechismus, denn R. weiss, dass Feminismus gut ist, und deshalb muss alles, was Feminismus kritisiert böse sein. So einfach ist das.

    Ich denke, es ist nunmehr an der Zeit, sich die Labeling-Gewalt anzueignen, und daher schlage ich vor, in Zukunft von feminomanischen und maskulophoben Inhalten und Autoren zu sprechen, d.h. Kultanhängern zu reden. Eigentlich sollte man vom Vril-Kult sprechen, aber der ist trotz seiner 1000jährigen Geschichte und seinem Kult-Obmann Heinrich Himmler zu wenig bekannt, als dass er sich anbieten würde. Wen es interessiert: die Inhalte des Vril-Kult und die maskulophobe Huldigung des Herrn R. an den Feminismus sind weitgehend identisch – einfach nach Vril-Kult googlen.

    terminatus30 geantwortet:
    Januar 23, 2012 um 5:01 pm

    Hallo Michael,

    in der Tat halte ich persönlich gar nichts davon, politische Machtbegriffe wie „Homophobie“, zumal noch unbegründet, in einer „Expertise“ zu verwenden. Sehr irritierend wirken Unterstellungen, welche nicht belegt werden, wobei diese Behauptungen im nächsten Satz schon als erwiesen vorausgesetzt werden. Das besagte „auch“ spricht hier Bände.

    Es ist sicher nicht verkehrt, wenn man sich in Bälde auch einer entsprechenden Sprache bedient. Im Gegensatz zu „Homophobie“ sind Androphobie und Anthropophobie spezifische Phobien, Sozialphobien im psychologischen Sinne (ICD 10: F 40.1.) – bezeichnend, dass in der deutschen Wikipedia Androphobie nur als Beigabe zur Gynophobie erwähnt wird http://de.wikipedia.org/wiki/Gynophobie -, die sich zum einen in übersteigerter Angst vor Männern, vor dem Mann, vor dem Männlichen, und zum anderen in einer ebensolchen vor Menschen und der Gesellschaft äußern. Eine solche übersteigerte Angst scheint mir sehr oft am Werk zu sein, wenn Wissenschaft politisch zu gestalten gesucht wird aus Furcht vor den Ergebnissen bzw. der politischen Aufnahme wissenschaftlicher Ergebnisse für die eigene Interessengruppe – z.B. im Feminismus. Die ist im wissenschaftlichen Sinne nicht duldbar! Wo wird das enden, muss demnächst die Evolutionstheorie umgeschrieben werden, da sie, aus Sicht einer bestimmten Gruppe, Frauen diskriminiere? So weit sollte man es nicht kommen lassen.

    Freilich sind deine Begriffsbildungen auch zu verwenden, beschreiben sie doch in meinen Augen nur zu gut, was uns tagtäglich an Männerhass, und hier speziell an Hass auf Männer, die für Männerrechte eintreten, aus den deutschen Elfenbeintürmen entgegenschwappt.

      Michael Klein sagte:
      Januar 23, 2012 um 5:22 pm

      Manchmal ist es am besten, die Dinge deutlich auszusprechen (damit die andere Seite dann behaupten kann, man würde stereotypisieren):

      männliche Genderisten sind welche, die Angst vor allem haben, was man mit dem Attribut männlich beschreiben kann: Muskeln, Kraft, Ausdauer, Rationalität, Unterschicht …
      weibliche genderisten sind welche, die keinen abbekommen haben, der mit eines der genannten Charakteristika aufweist: Muskeln, Kraft; Ausdauer …

      Ich weiß, das ist nicht besonders wissenschaftlich, aber es ist das Ergebnis einer Sammlung von Ansichten auf Genderisten (Ansichten in its literal meaning). Schau Dir Genderisten an und Du weist, dass Turner Recht hat: Identität stammt aus Zuordnung zu einer sozialen Gruppe und erfolgt aus Abwehr gegen Fremdgruppeneigenschaften, vor denen man Angst hat, selbst wenn man sie schätzt, kurz: Gruppenzugehörigkeit aus Deprivation.

        terminatus30 geantwortet:
        Januar 23, 2012 um 6:59 pm

        Für mich steht jedenfalls fest, dass vor allem das Konzept der ‚Political Correctness in Kombination mit verschiedenen Diskriminierungsdiskursen einer kritischen, öffentlichen Auseinandersetzung bedarf. Es kann nicht sein, dass Sub-Kulturen, und dazu zähle ich die radikale Genderistenfront immer noch, ihre, in dieser Subkultur sich immer und immer wieder bestätigenden Anschauungen über einen Disriminierungsdiskurs bzw. einer Kritikimmunisierung durch die Aktivierung der ‚Politischen Korrektheit‘ der normalen Bevölkerung überstülpen kann. Das ist ganz klar faschistoides Gedankengut, welches sich linksliberal gebart und letztlich doch zutiefst totalitär ist. Die autoritären Persönlichkeiten der Pseudo-Linken.

        Ich habe im Wgvdl-Forum darüber gepostet, wie absurd, wie irrational die Felder bereits sind, welche bemüht werden um einen modernen Anschein von Wissenschaftlichkeit noch aufrecht erhalten zu können, und dies in verschiedensten Wissenschaftsdisziplinen (Psychologie, Klimawissenschaften, Geisteswissenschaften in generi).

        Wie sehr unsere Demokratie in Gefahr ist, zeigt sich an der unreflektierten Übernahme bzw. Annahme des non-legislativen Antrags A6-0199/2008 des ‚Ausschuss für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter‘ durch das Europäische Parlament. Ich habe darüber gepostet: https://zummannseingeboren.wordpress.com/2011/10/31/a6-01992008-die-rache-der-glorreichen-19/

        Es, das Parlament nahm die Resolution, den Entschließungsantrag „Auswirkungen von Marketing und Werbung auf die Gleichstellung von Frauen und Männern“ mit einem Abstimmungsergebnis von 504 pro zu 110 contra Stimmen an. Seither sehen wir selbstverpflichtend in Österreich unter den Argusaugen der Feministinnen nur noch Werbungen wo der Vater, der Mann Packerlsuppen aufwärmt und letztlich als Idiot dargestellt wird, wohingegen die Frauen die „neuen“ Aufgaben heldenhaft meistern. Dass dies Jungen in ihrer Entwicklung irritiert, wenn sie keine männlichen Vorbilder mehr im öffentlichen Leben präsentiert bekommen, das habe ich in einem Beitrag zu zeigen versucht:
        https://zummannseingeboren.wordpress.com/2011/11/06/die-diskriminierung-der-cissexuellen/

        Ich persönlich habe kein Problem, wenn Frauen auch in „klassischen“ Männerrollen gezeigt werden, verwehre mich aber gegen jede totalitär-ideologische Umstrukturierung, Ausmerzung des Männlichen aus nun einmal männlich konnotierten Berufsbildern in der Öffentlichkeit bzw. der Vorführung von Männern als Softies, Idioten und den Frauen unterlegen. Festland-Europa wird für (junge) Männer immer mehr zu einem Ort, an dem sie besser nicht sein sollten. Als potentieller Vergewaltiger und Gewalttäter, als potentieller Prostituionsfreier (Schweden, Frankreich, jetzt auch Hamburg), werden Männer in der Öffentlichkeit als tickende Zeitbomben gesehen und schon von kleinauf als solche behandelt.

        Wie die wahren Zahlen für Österreich aussehen, habe ich hier gepostet:
        https://zummannseingeboren.wordpress.com/2011/10/16/vergewaltigung-in-osterreich/

        Die Verhältnisse sind zerrüttet und ich weiß nicht, wie dies noch zu kitten sein wird. Wir haben mittlerweile eine Generation, welche den „normalen“ Umgang der Geschlechter erst gar nicht mehr erlernt hat.

    Atacama sagte:
    April 19, 2012 um 9:10 pm

    Klar ist er homophob.

    Zusammengefasst sagt der Artikel:

    – Lesben hassen Männer und haben Angst vor ihnen (und Penissen) und hassen deshalb ihre Söhne bzw. die Männlichkeit in ihnen und erziehen sie entsprechend.

    – Homosexuelle wollen grundsätzlich so tun als gäbe es keine Zweigeschlechtliche Fortpflanzung.

    – Für Homosexuelle ist ein Kind nur ein „Accesoire“ (Schlagwort Spaßgesellschaft) zur „Selbstverwirklichung“ (noch so ein Schlagwort wo keiner weiss was es bedeuten soll und aus welchen moralisch hochwertigen Gründen Heterosexuelle sich für Kinder entscheiden wurde bisher auch noch nicht genannt)

    – Homosexualität und Pädophilie bzw. Kindesmißbrauch. Der Autor will das naürlich nicht gleichsetzen, neinneinnein, aber trotzdem streut er es ständig ein auf dass beim Leser irgendwie eine Verknüpfung zwischen diesen Begriffen hängenbleiben möge

    – Nicht jede “Elternschaftsphantasie” ist zu akzeptieren.
    Na da hätte ich mir aber gewünscht, dass er das mal konkretisiert wie er die Leute vom Kinderkriegen abhalten will.

    – Homosexuelle Elternschaft ist “Rache der Perversen” (aber nein, das ist natürlich nicht homophob)

    – “Traditionell ist Elternschaft eine Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau, die in einem essenzialistisch polarisierten sexuellen Spannungsverhältnis zu einander stehen. Nur das ermöglicht es ihnen,eine sexuelle und kulturelle Identität zu entwickeln, die sie wiederum dazu befühigt, die Kultur einer potenziell kultivierten Beziehungsfähigkeit und gesicherten Geschlechtsidentität über die eigene Generation hinaus weiterzugeben und die Kontinuität der Gattung als eine an den Einzelnen gebundene Kultur weiterzuvermitteln. Damit wird die Generationenfolge gesichert und werden die psychischen Fähigkeiten zur Reproduktion der Gattung als Ganzer und nicht nur des Einzelnen hervorgebracht.”

    Und da haben wir es wieder. Ganz viele klumpizierte Worte und ganz viel Dramatik und als Fazit klingt es irgendwie wieder so dass Homosexuelle die Kultur vernichten (wollen).

    Das ist natürlich homophob. Ganz klar.

    Zumal irgendwelche Statistiken niemals dazu verwendet werden dürfen, Menschengruppen pauschal auszuschliessen.
    Wenn man sagt, in soundso viel % lebsischer Partnerschaften gibt es Gewalt, kann man deshalb trotzdem nicht verbieten, dass sämtliche Lesben Kinder kriegen/erziehen. Denn damit würde man die % mitbestrafen bei denen das anders ist.
    Es gibt auch eine Statistik die besagt, dass jedes vierte Kind Opfer von häuslicher Gewalt wird und jede vierte Frau und jeder fünfte Mann. Nach diesen Statistiken gehend dürfte demnach überhaupt niemand mehr Beziehungen führen oder Kinder kriegen, weil das Risiko dass da was passiert viel zu hoch ist, wie man sieht.

    Und vorauszusetzen dass Lesben grundsätzlich Männer hassen und deshalb auch ein Problem mit ihren Söhnen hätten, ist einfach mal ein Vorurteil und nicht mehr.

    Noch alberner ist das Erektions-Beispiel. Welche Mutter hat es denn bitte zu interessieren, ob und wann der Sohn eine Erektion hat? Wenn man ihn durch Zufall mal erwischt, entschuldigt man sich und macht schnell wieder die Tür zu und das wars.
    Welche hetero Frau redet denn bitte mit ihrem Sohn über seine Erektion und welcher Sohn überlebt dieses Gespräch ohne vor Peinlichkeit zu sterben? Es gibt wohl auch Sachen die möchte man Privatsache sein lassen auch den Eltern gegenüber.

    Und was das „wissenschaftliche Untermauern“ angeht: es gibt auc Studien die wissenschaftlich untermauern, dass es Kindern in homosexuellen Partnerschaften genauso gut oder schlecht geht wie in heterosexuellen.

    Atacama sagte:
    April 19, 2012 um 9:16 pm

    „Ich persönlich habe kein Problem, wenn Frauen auch in “klassischen” Männerrollen gezeigt werden, verwehre mich aber gegen jede totalitär-ideologische Umstrukturierung, Ausmerzung des Männlichen aus nun einmal männlich konnotierten Berufsbildern in der Öffentlichkeit“

    Das ist auch so eine Sache.
    Es wird sich ständig beschwert, dass Erzieher- und Lehrerberufe zu sehr weiblich dominiert sind sodass Jungen irgendwie zu kurz kommen.
    Dann sollen die Männer doch aufhören, „Männerberufe“ zu ergreifen und im Kindergarten arbeiten.
    Dann brauchen sie sich auch nicht mehr über weibliche Dominanz in Bildung und Erziehung beschweren und können ihre männlichen Tugenden den Kleinen vermitteln.

    Ebenso die Forderung, dass Frauen wieder häuslicher werden sollen. Wenn die Frau ständig Zuhause sitzt und die Kinder erzieht, logisch ist die Erziehung dann auch weiblich dominiert, denn der Vater ist viel zu wenig da (und wenn er da ist will er auch mal ausruhen), um da großartig einzugreifen.
    Man kann nicht einserseits nach „Vater = Brotverdiener und Mutter = Kinder schreien und sich dann beschweren wenn Erziehung dann auch weiblich dominiert ist.

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