Jungenarbeit als Idee der Frauenbewegung?

Gepostet am Aktualisiert am

In einem offenen Brief an Ministerin Schröder, stellt die EMMA-Mitarbeiterin Chantal Louis die Behauptung auf, dass die Jungenarbeit eine Idee der Frauenbewegung gewesen ist. In einem hämisch-oberlehrerhaften Ton, welcher sich durch den ganzen Brief zieht, meint Frau Louis die Ministerin auf Schritt und Tritt demaskieren und belehren zu können.

Wenn die Ministerin darauf hinweist, dass gegen harten Widerstand der Altfeministinnen Gleichberechtigung auch für Jungen erreicht werden muss, macht Frau Louis daraus das Folgende:

Das heißt, es waren die aus Ihrer Sicht so vorgestrigen „Altfeministinnen“, die gleich mit der Entstehung der Mädchenarbeit erklärten, dass es für ein gleichberechtigtes Zusammenleben der Geschlechter natürlich nicht nur wünschenswert, sondern unumgänglich sei, dass sich auch Jungen (und Männer) mit ihrer Rolle auseinandersetzen. Und es sind Feministinnen und mit ihnen solidarische Männer (die gibt’s!), die seit langem beklagen, dass die Jungen mit ihrer Verwirrung und Verunsicherung, die mit Siebenmeilenstiefeln vorangepreschte Emanzipation der Frauen und Mädchen bei ihnen verursacht, so sträflich allein gelassen werden.

Meine Leser wissen, was jetzt kommt. Gleichberechtigt heißt für die Ömminaten, Jungen und Männer haben sich mit ihrer Rolle auseinanderzusetzen, was wiederum eine bevormundende, totalitäre Ideologie voraussetzt, welche es den Jungen und Männern nicht gestattet, im Rahmen der für alle Bürger geltenden Gesetze, zu sein wie sie nun mal sind. Sie müssen geholfen werden, befreit. Oder: Bei EMMA werden Sie geholfen! Doch logisch!! Und wenn sie darüber verwirrt sind, dann muss man ihnen eben da heraus helfen und zeigen, wie gut und besser es doch ist, seine weibliche Seite zu entdecken. Helfen wir ihnen dabei, sich zu ändern, was sie ja aus verständlichen Gründen gar nicht wollen. Meine rhetorische Frage: Glauben Sie eigentlich selber, was Sie da schreiben Frau Louis?

Und, Frau Louis, es SOLL nicht nur so sein, dass Jungen benachteiligt sind, es IST so. Fragen Sie Herrn Klein, er wird es Ihnen erklären. So schwer ist es gar nicht, es ist wie beim Intelligenztest. Wer die Grundrechnungsarten beherrscht, ist schon einmal im Verständnisbereich. Doch jetzt wird es erst lustig.

Denn die Logik, aus den schlechteren Noten der männlichen Schüler zu schließen, dass sie von einer Armada männerfeindlicher Pädagoginnen diskriminiert werden, ist reichlich verquer. Das ist in etwa so, als ob man die DLRG der Diskriminierung von Nichtschwimmern beschuldigen würde – weil die häufiger ertrinken als Schwimmer. Wer nämlich mehr als die Überschriften der besagten Artikel liest, stellt sehr schnell fest, dass das Gerede von der „Benachteiligung“ der Jungen durch nichts belegt und folglich reine Propaganda ist. Eine Propaganda, in die unsere Frauenministerin fröhlich einstimmt. Hingegen zeigt eine ganze Reihe Studien, dass es andere Gründe für ihr vergleichsweise schlechtes Abschneiden gibt. Kurz gesagt: Das katholische Mädchen der 60er durfte nicht, der „Bildungsverlierer“ von heute möchte nicht.

Die Logik, dass Schullaufbahnen fast gänzlich ohne männliche Lehrkörper, Bezugspersonen einen negativen Einfluss auf die Jungen haben könnten, ist verquer? Fragen Sie doch besser einmal Judith Butler was verquer ist. Ist es nicht eher verquer, wenn Mädchen sogar noch diskriminiert zu werden scheinen, wenn sie bessere Noten erhalten? DAS ist Propaganda. Propaganda ist auch, wenn sie das Internet als Hauptschuldigen, natürlich die Pornos und die Ballerspiele, was sonst, für die „Misere“(Sic!) anführen, natürlich mit dem Leumundszeugen für solche Aussagen: Professor Pfeiffer (herrlich wie der Maskulist die Argumentatsionsweise von Herrn Professor Dr. Pfeiffer zerlegt, das müsst ihr lesen).

Wunderbar auch, wenn Sie gegen Schluss das Thema Gewalt einsträut, meine Leser. Solch‘ verunsicherte Jungen können dann zu Amokläufern werden. Ja genau. Mädchen und Frauen machen das nie. Oder doch? Und wenn, was ist dann der Grund? Ein weiblich-feministisches Rollenbild, welchem sie nicht gerecht werden, werden wollen? Sollte da nicht die Rolle offener werden, es wieder erlaubt sein, Frauen auch vor dem Herd zu zeigen oder war das doch alles wieder nur eine Verzweiflungstat? – darum auch nur die männlichen Opfer, genau!

Die verschleierte Polemik und Umdeutung von Männlichkeit mit Leugnung von Biologie und drängen auf einen „vorwärtsgerichteten Weg“, sprich: einer weiterführenden Feminisierung der Jungen und Männer erspare ich meinen Lesern. Daumen nach unten Frau Louis!!!

Herzlichst
euer

termi

Wie ich soeben erfahren habe, hat sich der FemokratieBlog bereits des Themas angenommen. Ich verweise gerne auf den entsprechenden Beitrag: Jungenarbeit ist eine Idee der Frauenbewegung

6 Kommentare zu „Jungenarbeit als Idee der Frauenbewegung?

    Michael Klein sagte:
    Januar 9, 2012 um 2:37 pm

    Hallo Termi,

    guter Text!
    Manchen Feministinnen ist einfach nicht mehr zu helfen. Ich vermute, wäre man „so bold as to measure such a thing“, dass Genderismus mit geringem IQ korreliert, denn die Art und Weise, in der Genderisten Behauptungen aufstellen und meinen, durch Behauptungen könne man wissenschaftliche Forschung diskreditieren, ist es, die den Dummen vom Intelligenten unterscheidet (oder wie Sokrates sagt: Ich weiss, dass ich nichts weiss). Hier verläuft der Rubikon, wer ihn überschreitet, hat sich aus der Sub-Mensa verabschiedet und in die Reihe der Debilen eingeordnet. Ich habe zunehmend wenig Lust, diese Zusammenhänge aus Freundlichkeit nicht mehr öffentlich zu vermuten. Insbesondere wenn derartiger Unsinn veröffentlich werden kann wie das:

    „Denn die Logik, aus den schlechteren Noten der männlichen Schüler zu schließen, dass sie von einer Armada männerfeindlicher Pädagoginnen diskriminiert werden, ist reichlich verquer. Das ist in etwa so, als ob man die DLRG der Diskriminierung von Nichtschwimmern beschuldigen würde – weil die häufiger ertrinken als Schwimmer.

    Diese Dame, die nicht einmal zwischen Benachteiligung und Nachteilen unterscheiden kann, scheint mir etwas wirr im Oberstübchen, wie diese Nicht-Analogie (männliche Schüler = Nichtschwimmer, weibliche Schüler = Schwimmer) zeigt, aber die Analogie zeigt vor allem, die Prämisse auf der die gesamte feministische Hass-Ideologie aufbaut: Jungen sind nämlich selbst schuld oder warum gehen Nichtschwimmer ins Wasser? Ich finde solche Leute wie diese Chantal mit dem männlichen Nachnamen nur noch widerlich und einfach nicht mehr tolerierbar.

    By the way, ein Beleg dafür, dass Jugen nicht nur Nachteile haben, sondern benachteiligt werden, findet sich hier:

    http://sciencefiles.org/2011/04/29/institutionelle-diskriminierung/

      terminatus30 geantwortet:
      Januar 9, 2012 um 3:01 pm

      Danke!

      Ich persönlich kann mir diese, die Wissenschaft unterminierenden Irrationalitäten nicht mehr erklären. Wahrscheinlich sind sie schon so sehr in das/mit dem eigenen Weltbild verwoben, dass eine Trennung zu schmerzhaft wäre.

      Ich für meinen Teil möchte hier und jetzt meine Leser auf das Blog von Michael Klein hinweisen.

    Martha sagte:
    Januar 9, 2012 um 6:36 pm

    Das katholische Mädchen der 60er Jahre durfte nicht …

    Das scheint mir zu kurz gegriffen zu sein. Es gab sicher Mädels, die nicht auf das Gymnasium oder die Uni gehen durften, ich würde das aber in anderen Denkungsarten, die damals herrschten, verorten. Wie viele Buben durften denn das oder das, ob nun katholisch oder nicht?

    Einer mir bekannten Mutter wäre es sehr recht gewesen, wenn alle ihrer Kinder eine praktische Lehre (was eine super Sache ist, wenn man das Zeug dazu hat) gemacht hätten, egal ob sie nun geschickt und wief sind oder zwei linke Hände haben. Diese (persönlich sehr fleißige und integere) Dame hält wenig von Schulen ab dem 15. Lebensjahr, außer man möchte wirklich Arzt, Anwalt, wiss. Techniker und dergleichen werden.

    Frau Louis dürfte auch noch nie etwas von katholischen und anderen christlichen Mädchenschulen (auch -gymnasien) gehört haben. Gerade die hatten vor dem Neomarxofeminismus einen besseren „Output“, was die Quote an Absolventinnen in naturwissenschaftlichen und technischen Studienfächern betrifft.

    Weiters ist es auch ärgerlich – dass immer nur so getan wird, als ob man ohne Matura und Studium strotzdumm sei.

    James T. Kirk sagte:
    Januar 10, 2012 um 9:29 am

    Ich persönlich kann mir diese, die Wissenschaft unterminierenden Irrationalitäten nicht mehr erklären. Wahrscheinlich sind sie schon so sehr in das/mit dem eigenen Weltbild verwoben, dass eine Trennung zu schmerzhaft wäre.

    Hallo terminatus,

    dazu sind diese Weltbilder ja da. Um die eigene Kindheitsrealität zu verleugnen und sie mit Hilfe von Sündenböcken zu reinszenieren.

    Die meisten Leute interessiert nur nicht, wie Menschen solch einen fortgesetzten Schwachsinn produzieren können und vor allen Dingen sämtliche Verstandesfähigkeiten abschalten.

    Ich denke, eine Jungenbenachteiligung basiert vor allem auf dem unangepaßteren Verhalten, also subjektiven Abwertungen der Lehrerinnen und natürlich auf deren etwaiger feministischer Verbildung bzw. der der Pädagogik allgemein.

    Man muß aber auch sehen, daß Jungen von ihrem Natrurell einfach weniger brave Auswendiglerner sind und sich anpassen.

    Ich denke, es hat auch damit was zu tun.

    Solch’ verunsicherte Jungen können dann zu Amokläufern werden.

    Das tut einfach nur noch weh. Ein Beispiel für meine obige These. Völlig willkürliche, an den Haaren herbeigezogene Konstruktionen, die keiner Falsifikation standhalten, nur um eines zu gewährleisten: Die Bestätigung des eigenen Weltbildes bzw. des „lebensnotwendigen“ Lügensystems.

    Auch wunderbar, um sich nicht einmal in der Kindheit eines solchen Jugendlichen umsehen zu müssen. Kann ja gar nicht sein, daß sie nur Verachtung von ihren Eltern erfahren haben und dies ein verzweifelter Hilfeschrei ist.

    terminatus30 geantwortet:
    Januar 10, 2012 um 9:41 am

    „Wie viele Buben durften denn das“

    Genau so ist es, darauf wird immer tunlichst vergessen. Laut „Bildungsstand der Bevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren, 1971 bis 2008“ der Statistik Austria (statistik.at), waren 1971 74.092 Männer und 24.332 Frauen an heimischen Hochschulen.

    Ich bestreite nicht, dass es Frauen in der Regel noch! schwerer fiel zu studieren als Männern. Von einer patriarchalen Verschwörung kann aber überhaupt nicht die Rede sein. Eine Professorentochter in der Stadt wird eher studieren haben können als ein Bauernsohn am Land – ungeachtet des Talents.

    Natürlich haben Sie recht, man sollte die Akademiker nicht überbewerten. Im Jahr 2008 hatten wir eine Gesamtakademikerquote von 10,6 % – promoviert waren etwa 2% in der Bevölkerung.

    Sicherlich braucht man Intelligenz um ein Studium zu bestehen, das bedeutet aber keinesfalls, dass, wenn man nicht studiert, man nicht intelligent wäre.

    Ihren Verweis auf die christlichen Gymnasien teile ich. Nicht nur in Österreich, auch in anderen Ländern ist es so, dass vermeintlich „frauenfeindliche“, konservativere Gesellschaften mehr Naturwissenschaftlerinnen generieren können als die sog. „freien“ Gesellschaften.

    Omti sagte:
    Januar 10, 2012 um 4:38 pm

    Wie kann man Pfeiffer zitieren? Den Kreuzritter wider den Killerspielen? Der Mann ist Erzreaktionär und unglaubwürdig bis zum geht nicht mehr. Abgesehen davon ist er experte für alles, was irgendwie mit der Polizei zu tun haben könnte.
    Ich muss schon stöhnen wenn ich nur den Namen lese oder höre.

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