Tag: Januar 9, 2012

Jungenarbeit als Idee der Frauenbewegung?

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In einem offenen Brief an Ministerin Schröder, stellt die EMMA-Mitarbeiterin Chantal Louis die Behauptung auf, dass die Jungenarbeit eine Idee der Frauenbewegung gewesen ist. In einem hämisch-oberlehrerhaften Ton, welcher sich durch den ganzen Brief zieht, meint Frau Louis die Ministerin auf Schritt und Tritt demaskieren und belehren zu können.

Wenn die Ministerin darauf hinweist, dass gegen harten Widerstand der Altfeministinnen Gleichberechtigung auch für Jungen erreicht werden muss, macht Frau Louis daraus das Folgende:

Das heißt, es waren die aus Ihrer Sicht so vorgestrigen „Altfeministinnen“, die gleich mit der Entstehung der Mädchenarbeit erklärten, dass es für ein gleichberechtigtes Zusammenleben der Geschlechter natürlich nicht nur wünschenswert, sondern unumgänglich sei, dass sich auch Jungen (und Männer) mit ihrer Rolle auseinandersetzen. Und es sind Feministinnen und mit ihnen solidarische Männer (die gibt’s!), die seit langem beklagen, dass die Jungen mit ihrer Verwirrung und Verunsicherung, die mit Siebenmeilenstiefeln vorangepreschte Emanzipation der Frauen und Mädchen bei ihnen verursacht, so sträflich allein gelassen werden.

Meine Leser wissen, was jetzt kommt. Gleichberechtigt heißt für die Ömminaten, Jungen und Männer haben sich mit ihrer Rolle auseinanderzusetzen, was wiederum eine bevormundende, totalitäre Ideologie voraussetzt, welche es den Jungen und Männern nicht gestattet, im Rahmen der für alle Bürger geltenden Gesetze, zu sein wie sie nun mal sind. Sie müssen geholfen werden, befreit. Oder: Bei EMMA werden Sie geholfen! Doch logisch!! Und wenn sie darüber verwirrt sind, dann muss man ihnen eben da heraus helfen und zeigen, wie gut und besser es doch ist, seine weibliche Seite zu entdecken. Helfen wir ihnen dabei, sich zu ändern, was sie ja aus verständlichen Gründen gar nicht wollen. Meine rhetorische Frage: Glauben Sie eigentlich selber, was Sie da schreiben Frau Louis?

Und, Frau Louis, es SOLL nicht nur so sein, dass Jungen benachteiligt sind, es IST so. Fragen Sie Herrn Klein, er wird es Ihnen erklären. So schwer ist es gar nicht, es ist wie beim Intelligenztest. Wer die Grundrechnungsarten beherrscht, ist schon einmal im Verständnisbereich. Doch jetzt wird es erst lustig.

Denn die Logik, aus den schlechteren Noten der männlichen Schüler zu schließen, dass sie von einer Armada männerfeindlicher Pädagoginnen diskriminiert werden, ist reichlich verquer. Das ist in etwa so, als ob man die DLRG der Diskriminierung von Nichtschwimmern beschuldigen würde – weil die häufiger ertrinken als Schwimmer. Wer nämlich mehr als die Überschriften der besagten Artikel liest, stellt sehr schnell fest, dass das Gerede von der „Benachteiligung“ der Jungen durch nichts belegt und folglich reine Propaganda ist. Eine Propaganda, in die unsere Frauenministerin fröhlich einstimmt. Hingegen zeigt eine ganze Reihe Studien, dass es andere Gründe für ihr vergleichsweise schlechtes Abschneiden gibt. Kurz gesagt: Das katholische Mädchen der 60er durfte nicht, der „Bildungsverlierer“ von heute möchte nicht.

Die Logik, dass Schullaufbahnen fast gänzlich ohne männliche Lehrkörper, Bezugspersonen einen negativen Einfluss auf die Jungen haben könnten, ist verquer? Fragen Sie doch besser einmal Judith Butler was verquer ist. Ist es nicht eher verquer, wenn Mädchen sogar noch diskriminiert zu werden scheinen, wenn sie bessere Noten erhalten? DAS ist Propaganda. Propaganda ist auch, wenn sie das Internet als Hauptschuldigen, natürlich die Pornos und die Ballerspiele, was sonst, für die „Misere“(Sic!) anführen, natürlich mit dem Leumundszeugen für solche Aussagen: Professor Pfeiffer (herrlich wie der Maskulist die Argumentatsionsweise von Herrn Professor Dr. Pfeiffer zerlegt, das müsst ihr lesen).

Wunderbar auch, wenn Sie gegen Schluss das Thema Gewalt einsträut, meine Leser. Solch‘ verunsicherte Jungen können dann zu Amokläufern werden. Ja genau. Mädchen und Frauen machen das nie. Oder doch? Und wenn, was ist dann der Grund? Ein weiblich-feministisches Rollenbild, welchem sie nicht gerecht werden, werden wollen? Sollte da nicht die Rolle offener werden, es wieder erlaubt sein, Frauen auch vor dem Herd zu zeigen oder war das doch alles wieder nur eine Verzweiflungstat? – darum auch nur die männlichen Opfer, genau!

Die verschleierte Polemik und Umdeutung von Männlichkeit mit Leugnung von Biologie und drängen auf einen „vorwärtsgerichteten Weg“, sprich: einer weiterführenden Feminisierung der Jungen und Männer erspare ich meinen Lesern. Daumen nach unten Frau Louis!!!

Herzlichst
euer

termi

Wie ich soeben erfahren habe, hat sich der FemokratieBlog bereits des Themas angenommen. Ich verweise gerne auf den entsprechenden Beitrag: Jungenarbeit ist eine Idee der Frauenbewegung