Tag: Januar 1, 2012

And round and round it goes …

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Nur sein Auge sah alle die tausend Qualen der Menschen bei ihren Untergängen. Diesen Weltschmerz kann er, so zu sagen, nur aushalten durch den Anblick der Seligkeit, die nachher vergütet.

Jean Paul, Selina oder Über die Unsterblichkeit, 2,132.

Ich bin letztens auf eine „interessante“ Grafik gestoßen, welche mir zu denken gab:

Meine Lesart dieser Statistik lässt nur folgenden Schluss zu: Wenn man kein Genie und/oder eine Frau ist und es nicht in Erwägung zieht, für einen Job nach Kamtschatka zu übersiedeln – ich persönlich tue mich sehr schwer damit umzuziehen und kann auch nicht verstehen, warum dies für meine „ebenfalls“ studierenden, weiblichen Verwandten kein Thema ist: Berlin, Paris, London, Madrid;  6 Monate, 1 Jahr, länger, alles kein Problem (und das bei für Deutschland geschätzten 1 Million Psychopathen und Sadisten im Land  ) -, dann ist es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen, in seinem erlernten Beruf – z.B. in Philosophie oder Politikwissenschaft – arbeiten zu können. Stattdessen schlägt man sich, obwohl „Cum laude“ promoviert, mit einem Brotjob herum, welcher dazu beiträgt, dass man keine Chance hat wissenschaftlich auf dem neuesten Stand zu bleiben – wer liest schon dauerhaft nach einem 10 Stunden Tag die neuesten Fachartikel, zig neue Publikationen die Woche usw. -, was wiederum dazu führt, dass man auch nicht dementsprechend publizieren kann. Der Kreis schließt sich dann, wenn man mit Mitte dreißig verbittert (auch das Net ist kein Ausweg, viel zu oft muss man erkennen, dass Bekannte aus dem Net, mir nichts, dir nichts, wie aus dem Nichts, auf einmal, unverhofft zur eigenen Weltanschauung diametral entgegengesetzte Positionen vertreten. Bumm, Kafka ist auferstanden. Wieder jemanden verloren. Wieder ein Down) alleinstehend (intelligente Frauen sind oft feministisch verblendet und orientieren sich nach oben (fragt Christian);  ja ja die Betriebswirte) in seiner kleinen Heimatstadt erkennen muss, dass eine Promotion zwar schön, fünf Fachartikel allerdings zu wenig sind um jemals universitär Fuß fassen zu können. Das Schlimmste dabei für mich persönlich ist, dass man mit der Zeit ganz einfach nicht mehr mitreden, mitschreiben (man sieht, meinen mittlerweile stümperhaften Stil, meine wäh Grammatik) nicht mehr in die Tiefe gehen kann. Man erkennt, dass es zu spät ist und der Kreis sich geschlossen hat. Danach setzt man sich wieder in sein Taxi (ja, auch der Beruf des Schrifststellers bleibt einem in der Regel verwehrt, ihr Unwissenden; es kann ja nicht jeder über seine „Feuchtgebiete“ schreiben) – oder macht als Versager einen Rant im Net – und hört sich den neuesten Promiklatsch der Fahrgäste an, während die Welt sich weiterdreht und neue Dozent_innen – alle jünger als man selbst – einem in Die Presse, Der Standard usw. die Welt erklären.

So bleibt, and round and round it goes.