Überlegungen zum Jahreswechsel

Gepostet am Aktualisiert am

Eigentlich wollte ich heute einen Rückblick auf das bald vergangene Jahr wagen. Ich wollte näher darauf eingehen, wie ich zu alledem – in Beziehung auf den Maskulismus – kam, was ich hier vertrete. Doch das werde ich nicht tun (Interessierte finden HIER einen kurzen Einstieg).

Ich möchte diesen verschneiten Nachmittag aus dem „Dorf“, in welchem ich wieder lebe, nutzen um ein wenig über mich zu schreiben. Es ist der 31. Dezember, ein Samstag – wie aus der Kalenderformel leicht eruierbar (so jedenfalls aus unserer letzten topIQ Ausgabe 44 f. zu entnehmen). Ich bin nachdenklich gestimmt. Dieses Mal scheint es ein Zusammenspiel von Hochbegabung und Hochsensibilität zu sein. Eigenschaften meinerseits, welche ich in der Regel zu verschweigen, zu verstecken habe und auch aktiv suche. Doch ich merke gerade, dass mir die Worte doch schwerer an den Fingerkuppen kleben, als vorher gedacht. Ich merke, dass ich wohl doch Leuten heute wieder zuprosten werde, mich verstellen und über platteste Witze lachen, Smalltalk führen und artig meine Mundwinkel nach oben pressen werde. The same procedure as every year, every day. Und dabei suche ich doch nur ein In-der-Welt-Sein, ein DU, ein WIR, ein VERSTEHEN, ein VERSTEHEN der immer komplizierteren Welt, der immer komplizierteren Menschen, ein EINFRIEREN der ZeitMASCHINE; doch HALT Herbert, halt!, du musst wohl schon träumen, jeder hat so seinen Tick. Belassen wir es dabei. Feiert schön, die ihr mir nur als Avatare bekannt seid. Prosit Neujahr!

In diesem Sinne, ein paar Gedichte (eins von mir), mal sehen wie es weitergeht:

Freudvoll

Freudvoll
und leidvoll,
gedankenvoll sein,
hangen
und bangen
in schwebender Pein,
himmelhoch jauchzend,
zum Tode betrübt –
glücklich allein
ist die Seele, die liebt.

Johann Wolfgang von Goethe

Vereinsamt

Die Krähen schrein
und ziehen schwirren Flugs zur Stadt.
Bald wird es schnein.
Wohl dem, der jetzt noch Heimat hat!

Nun stehst du starr,
schaust rückwärts, ach! wie lange schon!
Was bist du Narr
vor Winters in die Welt entflohn?

Die Welt – ein Tor
zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer das verlor,
was du verlorst, macht nirgends halt.

Nun stehst du bleich,
zur Winter-Wanderschaft verflucht,
dem Rauche gleich,
der stets nach kältern Himmeln sucht.

Flieg, Vogel, schnarr
dein Lied im Wüstenvogel-Ton!
Versteck, du Narr,
dein blutend Herz in Eis und Hohn!

Die Krähen schrein
und ziehen schwirren Flugs zur Stadt.
Bald wird es schnein, –
weh dem, der keine Heimat hat.

Friedrich Nietzsche

WAAGRECHT

Zeit der Gnade
weit von Erden
weg das Lied der Fröhlichkeit;

ist verblichen,
wohl zu sterben
jener Uhrenzeiger zeigt:

Kurz vor Mittag bei dem Kinde,
kurz vor Mittag bei der Frau;
kurz vor Mittag bei dem Manne,
kurz vor Mittag,

HÖR GENAU!

Trag die Sense auf dem Wege
vor dir her als ein Symbol,
so als ob die Nacht entschwebe,
lebe gleichsam IMMER-WOHL.

Meiner-Einer

5 Kommentare zu „Überlegungen zum Jahreswechsel

    James T. Kirk sagte:
    Januar 1, 2012 um 8:20 pm

    Was ist denn daran so schlimm, hochbegabt zu sein?

    Wenn du dich so verstellst, würde ich mich fragen, welche Familiensituation du hattest, daß du dieses Verstellen gelernt hast. Das hat ja seine Gründe.

    Übrigens zum Thema Hochbegabung: Obwohl ich auch nicht gerade unschuldig bin, so sind manche deiner Ausführungen bei Christian etwas steril-abstrakt. So abstrakt, daß man ein bißchen die Orientierung verliert. Das ist mir letztens bei einer Antwort von dir aufgefallen zum Sinn des Lebens.

    Vielleicht solltest du das Niveau beibehalten, aber dich etwas kompatibler ausdrücken. Man muß schon irgendwie eine normale, nicht allzu technische Sprache sprechen.

    Findest du es nicht dreist, wie Christian postuliert, es gebe keinen Sinn des Lebens? Diese materialistisch-objektivistische Dummheit, die wirklich primitivster Sorte ist und schon von x Leuten x-fach schlüssig kritisiert wurde, ist eine der Peinlichkeiten auf Christians Blog.

    Ich finde es traurig, daß er dieser primitiven Ideologie und Richard Dawkins huldigt, der noch nicht einmal das Konzept der Transzendenz versteht oder in meiner Sprache ausgedrückt ein absoluter Vollidiot ist. Ich habe noch nie so etwas dummes wie Dawkins erlebt. Dawkins meint als Wissenschaftler Aussagen über eine Transzendenz machen zu können oder zu müssen. Er dehnt wissenschaftliche Theorien auf das Gebiet der Transzendenz aus, indem er meint, so etwas Komplexes wie ein übernatürliches Wesen könne nur am Ende einer Entwicklung/Evolution stehen und sei daher nicht denkbar.

    Man muß auch nicht religiös sein oder kann auch eine Transzendenz ablehnen, um bei Dawkins den Kopf zu schütteln. Das Konzept der Transzendenz ist nun einmal per definitionem nicht objektiv zu widerlegen. Sonst ergäbe es überhaupt keinen Sinn. Das ist doch gerade der Sinn der Sache und genau deshalb für viele Menschen wichtig.

    Diese tumbe Dummheit seitens hochrangiger Akademiker und deren Jüngern ist mir wirklich unbegreiflich.

    Da schaudert es einen nur noch. Dieser Typ, also Dawkins, ist Oxford-Professor. Na ja. Was ich hier schreibe, wird Christian in seiner Verblendung vermutlich nie verstehen. Ich bin froh, daß du geisteswissenschaftlich nicht so unterbelichtet bist. Und dabei bin ich keinesfalls versiert. Ich kenne zwar so einige Sachen, aber im Grunde genommen weiß ich nicht viel. Ich kann nur ganz gut denken und reflektieren.

    Für diese formulierte Kritik an Dawkins muß man keine großartigen philosophischen Kenntnisse haben, sondern einfach nur seinen gesunden Menschenverstand anstrengen. Aber für Christian ist es halt eine Religion. Da schaltet er seinen Verstand ab. Das ist schon eine lustige Ironie, nicht wahr?

    Jeder definiert seinen eigenen Sinn des Lebens oder auch nicht, und diesem Konzept ist objektiv, materiell gar nicht beizukommen. Es ergibt überhaupt keinen Sinn, sich hier auf irgendwelche materiellen Gegebenheiten zu beziehen und daher einen Sinn des Lebens objektiv zu negieren. Deshalb sind Christians Aussagen Bullshit.

    Das ist einfach dumm bis zum gehtnichtmehr und das wundert mich eben so sehr, daß Christian dieser primitiven Ideologie huldigt, obwohl er ja nicht doof ist.

    Dieser Materialismus ist schon krank. Genauso wie der religiöse Idealismus von dereinst, wenn wir schon mal bei Ironien sind. Ich hoffe, ich habe dich jetzt nicht überfordert. Aber du bist ja hochbegabt. Da geht das schon.

    Das war jetzt ein bißchen viel, aber über die Familiensituation würde ich schon nachdenken.

    terminatus30 geantwortet:
    Januar 2, 2012 um 9:00 am

    @ James
    Was ist denn so schlimm daran, abstinent zu sein in einer Welt voller Alkoholiker?

    Ich empfehle dir den Aufsatz von Grady M. Towers, vielleicht verstehst du es dann ein wenig besser: http://www.cpsimoes.net/artigos/outsiders.html

    Zu deinen Ausführungen.
    Ich glaube du hast dich da in etwas verrannt. Wie ich zur ganzen Debatte stehe, kannst du bei Christian nachlesen. Ich kann nachvollziehen, dass dich bestimmte, in deinen Augen ungerechtfertigte, irrationale, welt-fremde Ansichten aufregen, nur, es ist doch jedem Menschen belassen zu argumentieren, wie er argumentiert. Da solltest du vielleicht mehr Distanz wahren.

    James T. Kirk sagte:
    Januar 2, 2012 um 11:43 pm

    Ich kann nachvollziehen, dass dich bestimmte, in deinen Augen ungerechtfertigte, irrationale, welt-fremde Ansichten aufregen, nur, es ist doch jedem Menschen belassen zu argumentieren, wie er argumentiert. Da solltest du vielleicht mehr Distanz wahren.

    Natürlich kann Christian argumentieren, wie er will. Das ist nicht das Problem. Er stellt sich nur fortwährend dumm und geht nicht auf Argumente ein, sobald sie seine Ansichten erschüttern. Und dies bei einem Anspruch, wo er genau diese Haltung ständig Feministinnen und Gender-Forschern vorhält.

    Christian ist also nicht viel besser als diese Leute. Er ist in dieser Hinsicht genauso versessen und ignorant wie Feministinnen.

    Was ist denn so schlimm daran, abstinent zu sein in einer Welt voller Alkoholiker?

    Der Vergleich ist unangemessen, da die weniger intelligenten Leute nicht krank sind, sondern sehr sympathische Zeitgenossen sein können.

    Vielleicht liegt ja in diesem Vergleich ein Teil des Problems. Ich wollte dich damit allerdings auch nicht provozieren, sondern hätte vielleicht gerne ein paar Beispiele gehört, wo Hochbegabung ein Problem ist.

      terminatus30 geantwortet:
      Januar 3, 2012 um 9:09 am

      Er stellt sich nur fortwährend dumm und geht nicht auf Argumente ein, sobald sie seine Ansichten erschüttern. Und dies bei einem Anspruch, wo er genau diese Haltung ständig Feministinnen und Gender-Forschern vorhält.

      Und warum regst du dich darüber auf? Haben wir nicht alle ein irrationales Feld, an dessen Grenze Logik und Weltanschauung verschmelzen und hinter dieses „unentdeckte Land“ wir nicht gehen wollen, die Außengrenze gegen die Homolaner verteidigen, auch wenn diese, mit einigen ihrer Argumente durchaus richtig liegen? Da würde dann für manche zu viel aufbrechen.

    James T. Kirk sagte:
    Januar 10, 2012 um 9:42 am

    die Außengrenze gegen die Homolaner verteidigen, auch wenn diese, mit einigen ihrer Argumente durchaus richtig liegen? Da würde dann für manche zu viel aufbrechen.

    Wo liegen die Homolaner denn richtig mit ihren Argumenten? Ich sehe kein einziges. Es sei denn, man simplifiziert meine Thesen vorsätzlich.

    PS: Mir geht es bei Christian nur darum, daß er prinzipielle wissenschaftliche Regeln verletzt. Und das ist schon sehr beklemmend, daß er das nicht merkt. Für seinen atheistischen quasireligiösen Fundamentalismus nimmt er dies offenbar gerne inkauf.

    Er bewegt ironischerweise genau auf der Ebene, wie es intelligent designer und religiöse Fundamentalisten tun. Das ist das Beklemmende.

    Und das haben ihm – selbst zu meinem Verdutzen – auch andere schon gesagt.

    Mit dieser Haltung verrät Christian seine hehren aufklärerischen Ansprüche.

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