Tag: Dezember 15, 2011

Feministinnen und Propaganda

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Ich komme nicht umhin den neuen Beitrag von Maren – ja ÖSI-Maren – auf ihrem Blog Paper Cuts zu kommentieren. Maren echauffiert sich in „In was für einer Welt leben wir eigentlich“ gekonnt über den Fall der 34 jährigen Amerikanern Bei Bei Shuai.

Zur Vorgeschichte:

Bei Bei Shuai, 34, a restaurant owner who moved to the US from China 10 years ago, was pregnant and planning to marry her boyfriend until she learned late last year that he was already married and he would be abandoning her. A few days later, on 23 December, she went to a hardware store, bought rat poison pellets, went back to her flat in Indianapolis and swallowed some. But she did not die immediately and was persuaded by friends to go to hospital. She was given treatment to counteract the poison and gave birth on New Year’s Eve, but her daughter, Angel, suffered seizures and died after four days.

Auf Maren’s Blog wird daraus die gekonnte Feststellung abgeleitet, dass diese Frau wegen eines Selbstmordversuches des Mordes angeklagt wurde. Sie vergisst hierbei (aus welchen Gründen auch immer) an dieser Stelle zu erwähnen, dass Bei Bei Shuai auch wegen versuchtem Fetozid an einem 8 Monate alten Fötus angeklagt wurde, welcher, im Übrigen, eine Woche später als Mädchen, mit dem Namen Angel auf die Welt kam, an Anfällen litt (suffered seizures) und vier Tage später verstarb.

Im Zeitungsartikel wird dies so zusammengefasst:

She was given treatment to counteract the poison and gave birth on New Year’s Eve, but her daughter, Angel, suffered seizures and died after four days.

Eine Ursächlichkeit zwischen dem Tod des Babys und der Behandlung durch das Spital oder der Gifteinnahme der Mutter wird hier nicht hergeleitet.

Maren legt dies mit einer klaren Akzentuierung so aus:

Zudem ja auch gar nicht klar ist, ob das Kind an dem Rattengift verstorben ist oder an den Folgen der Behandlung zur Rettung der Mutter (Magen auspumpen, Medikamente).

Für Maren scheint die Frage wichtiger zu sein, wie mit dieser Frau umgegangen wird. Ich stimme ihr zu, dass dieser Frau eine psychiatrische, psychologische Behandlung zukommen sollte, sehe allerdings, im Gegensatz zu Maren, kein stattdessen.

Sie wird nicht stattdessen wegen Mordes und Kindstötung angeklagt. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Sie hat durch die Einnahme des Giftes sich selbst töten wollen und damit die Tötung ihres Fötus in Kauf genommen. Ob die Einnahme des Giftes ursächlich oder nicht für den späteren Tod des Babys zu werten ist, das wird das Gericht zu entscheiden haben. Sogesehen kann ich Marens Argumentation nicht nachvollziehen.

Meines Erachtens ist auch die Furcht davor, dass nun medizinische Indikation als Mord am Fötus gewertet wird und die Frau bei einem Verlust des Fötus aus diesen Gründen ins Gefängnis gehen muss, unbegründet und einer Bias geschuldet. Soweit ich weiß, ist in den USA – in allen Bundesstaaten – eine medizinisch induzierte Spätabtreibung gestattet und Abtreibung, seit Roe v. Wade prinzipiell nicht verboten – damals Trimester Lösung.

Maren meint hier, in meinen Augen unbegründet:

Das würde einen ganzen Wust neuer Fragen aufwerfen, wenn eine schwangere Frau dringend Medikamente benötigt, die die Leibesfrucht schädigen, wessen Leben wird dann höher bewertet?
Was ist wenn das Kind verstirbt, wird der Arzt oder die Mutter, die so unverschämt war schwerkrank zu werden, verknackt?

Es ist auch gänzlich eine andere Frage, wie man nun ungeborenes menschliches Leben juristisch bewertet. Meine Meinung dazu habe ich hier kundgetan. Ich sehe bei der Tötung eines 8 Monate alten Fötus‘ allerdings erhebliche argumentative Probleme seitens der Feministinnen (im 8ten Monat ist der Fötus außerhalb des Uterus überlebensfähig!).

Was meint ihr?