Dumm, dümmer – Politik?

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Nach dem vielzitierten Sieg des Genderismus über das hymnische Patriarchat „Töchter und Söhne“ anstatt „großer Söhne“, wird jetzt über eine Änderung der dritten Strophe, genauer „Jubelchöre“ statt „Brüderchöre“ diskutiert bzw. diese im Natonalrat durch SPÖ, ÖVP und Grüne (mit)beantragt. Allem Anschein nach bewegen wir uns zum im-Gleichschritt-Marsch politisch korrekten Sprachfaschismus hin, wie in modifizierter Form Gerhard Ruiss von der IG Autorinnen und Autoren für „der Standard“ festhält:

„Einig laß in Jubelchören, Vaterland, dir Treue schwören“ bedeutet für den Geschäftsführer der IG Autorinnen Autoren, Gerhard Ruiss einen „schweren Rückfall in die politische Diktion der 30er Jahre“, wie er in einer Aussendung betont.

Dass hier irgendwo der Wurm drinnen ist, zeigt sich spätestens jetzt, da sich diese „Dummheit“ auf die Bundesländer auszubreiten scheint. Bereits im Juli war im Standard Folgendes zu lesen:

Nach der Einigung über eine Änderung der Bundeshymne verlagert sich die Diskussion nun offenbar auf die Länder: Sowohl in Salzburg als auch in der Steiermark gibt es Ambitionen die Landeshymnen dem Zeitgeist anzupassen. Für eine frauenfreundliche Textänderung der Salzburger Landeshymne trat die SPÖ-Landesfrauenvorsitzende Ingrid Riezler am Donnerstag ein. Der Beginn der ersten Strophe „Land unsrer Väter“ gehöre „dringend“ in „Land unsrer Eltern“ geändert, schlug Riezler vor. Die ÖVP-Landesfrauenvorsitzende zeigt sich für eine Änderung aufgeschlossen.

Wenn, dann doch bitte „Land der Elter“ – wir wollen doch die gleichgeschlechtlichen Elter nicht ausgrenzen – oder?

Doch sehen wir uns die restlichen Landeshymnen auf ihre Geschlechtergerechtigkeit an:

Oberösterreich

  • Hoamatland, Hoamatland!
    han di so gern
    Wiar a Kinderl sein Muader,
    A Hünderl sein‘ Herrn.
  • Dahoam is dahoam,
    Wannst net fort muaßt, so bleib;
    Denn d’Hoamat is ehnter
    Der zweit Muaderleib.

Quelle: wikipedia

Für Oberösterreich fordere ich eine Ersetzung der unterstrichenen Wörter, hier vor allem „Muader“ und „Muaderleib„.

Salzburg

Sollten die Länder der Welt wir durchwallen,
keins kann, o Heimat, dir werden gleich.
Mutter und Wiege bist du nur uns allen,
Salzburg, du Kleinod von Österreich.
Scholle der Väter, hör‘ an, wir geloben,
treu Dich zu hüten den Kindern als Pfand!
|: Du, der in ewigen Höhen da droben,
breite die Hände und schirme dies Land! :

Quelle: wikipedia

Für Salzburg fordere ich eine Ersetzung der unterstrichenen Wörter, hier vor allem „Mutter„.

Steiermark

Wo die Gemse keck von der Felswand springt
und der Jäger kühn sein Leben wagt,
wo die Sennerin frohe Jodler singt
am Gebirg, das hoch in Wolken ragt
Dieses schöne Land ist der Steirer Land
ist mein liebes teures Heimatland
dieses schöne Land ist der Steirer Land
ist mein liebes, teures Heimatland!

Quelle: wikipedia

Für die Steiermark fordere ich eine Ersetzung der unterstrichenen Wörter, hier vor allem „Sennerin„.

Vorarlberg

Du Ländle, meine teure Heimat,
wie könnt‘ ich je vergessen dein,
es waren doch die schönsten Jahre
beim lieben, guten Mütterlein.
Drum muss ich immer wieder kommen,
und trennte mich die größte Kluft.
|: O Vorarlberg, will treu dir bleiben,
bis mich der liebe Herrgott ruft. 😐

Quelle: wikipedia

Für Vorarlberg fordere ich eine Ersetzung der unterstrichenen Wörter, hier vor allem „Mütterlein„.

Wenn wir jetzt noch in Betracht ziehen, dass es in Österreich Atheisten, Anti-Alkoholiker, Paneuropäer usw. gibt, dann stellt sich die Frage, was überhaupt noch geschrieben werden soll, darf!

2 Kommentare zu „Dumm, dümmer – Politik?

    Omti sagte:
    Dezember 3, 2011 um 11:10 am

    Ich glaube die meisten Gruppen sind nicht ganz so radikal…

    terminatus30 geantwortet:
    Dezember 3, 2011 um 11:56 am

    Da stimme ich dir zu, nur, was ist der Unterschied? Warum sollen sich jetzt nicht auch Atheisten beschweren. Der Rekurs auf „Gott“ ist nicht zwingend. Warum sollen nicht Pan-Europäer einbringen, dass wir bald in einem „vereinten“ Europa leben werden und somit ein Verweis auf „Nationalitäten“ ohne Sinn ist? Alle diese Einlassungen sind gleichwertig, zwar ohne Bedeutung, dennoch gleichwertig.

    „Normale“ Menschen würden Hymnen in Auftrag geben und die Bevölkerung darüber abstimmen lassen und nicht bestehendes Liedgut „gendern“ – ich meine, wo sind wir denn.

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