Ḕ tā̀n ḕ epì tâs – Sieg oder Tod

Gepostet am Aktualisiert am

Wenn man mit Feministinnen diskutiert, merkt man sehr schnell, dass sie sich unterschiedlicher Strategien und Argumentationsmuster bedienen. Viele davon wurden schon erörtert, einige scheinen mir noch im Dunkeln zu liegen.

Ein Argument, welches ich in die Klasse der ad-personam-Attacken ad auditores einreihen möchte, ist das Argument gegenüber der Tradition. An einem Punkt wird dem Mitdiskutanten vorgeworfen, dass er verweichlicht sei, sich nicht so haben solle. Damit werden bewußt traditionelle Rollenbilder angesprochen, die man eigener Diktion zufolge ja zu überwinden sucht. Findet der Diskurs vor Publikum statt, wird das Publikum diesem Einwand unbewußt sofort zustimmen. „Männer sollen sich nicht so haben“, wenn sie mit Frauen diskutieren.

Setzt sich der Mann dagegen zur Wehr, wirkt er sehr schnell „unmännlich“, er gibt sich der Blöße preis. Seine rationale Entgegnung wird moralisch gesehen und als ad-personam-Attacke gegenüber der Mitdiskutantin gewertet.

Einer solchen Argumentation kann man nur begegnen, indem man die Argumentationsstruktur aufrechten Hauptes offenlegt und benennt und somit den Ball an die Angreiferin zurückspielt.

Ich nenne ein solches Argument ein „Etaepitaete-Argument (Etepetete). Die Herleitung erfolgt über das griechische Sprichwort „Ḕ tā̀n ḕ epì tâs“ (dt. Sieg oder Tod), welches den spartanischen Frauen zugeordnet wird.

It was said by Spartan mothers to their sons before they went out to battle to remind them of their bravery and duty to Sparta and Greece. A hoplite could not escape the field of battle unless he tossed away the heavy and cumbersome shield. Therefore losing one’s shield meant desertion.

Es wurde berichtet, dass spartanische Mütter ihre Söhne, bevor diese in die Schlacht zogen, an deren Tapferkeit und Pflicht gegenüber Sparta und Griechenland erinnerten. Ein Hoplite konnte dem Schlachtfeld nicht entkommen, ohne dass er sein schwer und hinderlich anmutendes Schild zurückließ. Folglich war der Verlust des Schildes mit Fahnenflucht gleichzusetzen (meine Übersetzung).

(Plutarch, Moralia, 241)

Solltet ihr also jemals in eine Situation kommen, in welcher die Feministin als letzten Ausweg eine Verhöhnung, ein Rückgriff auf die Rolle sieht – hab‘ dich nicht so, du bist doch ein starker Mann -, dann haltet kurz inne ohne verzweifelt zu wirken und sprecht sie klar und deutlich – je nach Situation und Publikum – mit „Ḕ tān ḕepì tâs“ oder „Etaepitaete“ an. Gleich darauf müsst ihr die Erklärung folgen lassen und die Gegnerin mit der Frage konfrontieren, was sie nun denn eigentlich wolle, sie widerspreche sich ja.

Da ich persönlich das menschliche Rollenverhalten für biologisch (mit)verursacht halte, fällt es mir schwer solche Gegenargumentationen in „größeren“ Diskussionen zu verwenden, da sie ja insinuieren, dass der „neue“ Mann eben nicht mehr, in keinster Weise an klassischen Rollenbildern festhält, sich quasi von ihnen losgelöst hat.

2 Kommentare zu „Ḕ tā̀n ḕ epì tâs – Sieg oder Tod

    James T. Kirk sagte:
    November 23, 2011 um 11:16 pm

    Da ich persönlich das menschliche Rollenverhalten für biologisch (mit)verursacht halte, fällt es mir schwer solche Gegenargumentationen in „größeren“ Diskussionen zu verwenden, da sie ja insinuieren, dass der „neue“ Mann eben nicht mehr, in keinster Weise an klassischen Rollenbildern festhält, sich quasi von ihnen losgelöst hat.

    Das ist wohl ein Kurzschluß. Erst mal kannst du doch sagen, was du willst. Du mußt doch nicht irgendwelchen tatsächlich richtigen Sachverhalten entsprechen. Nur weil diese allgemein stimmen. Da würdest du ja das machen, was Gender-Leute ständig tun. Das Sein und das Sollen vermischen.

    Das macht mich immer wieder beklemmend, daß diese Gender-Leute keinerlei philosophische oder wissenschaftstheoretische Bildung haben. Das zeigen sie immer wieder, wenn sie biologischen Argumentationen irgendwelche normativen Dinge zusprechen. Na ja, ich reg mich schon wieder auf. Ganz ruhig. Spätestens ab einem Studium muß man diese Zusammenhänge eigentlich verstehen.

    Du bist doch trotzdem allgemein männlich, auch der weicheste, sensibelste, feinsinnigste Mann ist in seinem Wesen noch ein Mann. Eine Relativierung unserer überzogen und destruktiv männlichen und weiblichen Ausprägungen ist bzw. war doch sehr wünschenswert.

    Nur kommen diese bekloppten Gender-Leute nicht dadrauf, daß nicht alles geprägt und oktroyiert ist bzw. sein muß. Es ist außerdem völlig unwichtig, dies genau festzustellen. Es reicht die erkenntnistheoretische Zurückhaltung.

    Ich würde das sofort machen, was du geschrieben hast. Kommst du denn manchmal in so eine Situation, daß du eine echte Feministin siehst?

    Du mußt dir doch keine Blöße geben. So wie du es geschrieben hast, hast du normative Vorstellungen vom Mannsein. Die habe ich nicht, auch wenn natürlich klar ist, daß ein Mann immer als solcher erkennbar bleibt. Ich würde nicht mit so einem normativen Bild rumrennen.

    Wenn das die Gender-Theoretiker kapieren würden, wären wir schon um einiges weiter.

    terminatus30 geantwortet:
    November 23, 2011 um 11:46 pm

    Nun ja, sagen wir so, ich diskutiere nicht mehr mit Feministinnen, das soll eher ein Rat für Maskulisten sein, wenn sie wieder einmal verteufelt werden.

    „hast du normative Vorstellungen vom Mannsein.“

    Ich vertrete in der Tat die Auffassung, dass unser Verhalten auch biologisch (mit)bestimmt wird. Dieser Beschützerinstinkt scheint mir in gewisser Weise gegeben zu sein. Für mich ist dies eher eine Feststellung keine normative Betrachtung. Ich möchte jetzt nicht den Fehler machen, den die Frauen mit ihrer Selbstverleugnung im Feminismus machen.

    Ich bitte dich, nimm diese Frauen nicht zu Ernst, das zerstört nur dein Leben. Ich weiß, es ist schwer, wenn man einmal mit Morpheus gesprochen hat, sich überhaupt noch zurecht zu finden, so kafkaesk, bizarr, wirr wird die Welt. Die Weltsicherheit geht flöten.

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