Femina ludens – Es ist ja nur ein Spielzeug!

Gepostet am

Gestern habe ich den ollen Pocher im Fernsehen gesehen. Mittlerweile selbst Vater, reißt er immer noch seine mehr oder minder komischen Späße auf Kosten anderer. Man kann von ihm halten was man will, auf den Mund gefallen scheint der Kollege ja nicht zu sein. Nur selten habe ich den Pocher in Situationen erlebt, in welchen er doch eher perplex und fehl am Platze wirkte. Eine davon hat direkt etwas mit maskulistischen Belangen zu tun.

Vor gar nicht einmal allzu langer Zeit besuchte der Comedian für seine TV Show eine Dildo-Party. Kennt ihr nicht? Tubberware sagt euch was? Ja, genau, ein paar Frauen kommen zusammen, bei einem Gläschen Schampus und Knabberzeugs und eine Vertreterin bietet im trauten Kreise Tubberware an. Eine Dildo-Party ist sogesehen dasselbe nur eben mit Dildos. Und eine solche  – ein Ausschnitt: Oliver Pocher: Späßchen auf der Dildoparty – besuchte der gute Pocher.

Wie erwartet, ein Haufen lachender, angesäuselter Frauen, am Tisch einige Dildos, welche die Runde machen und eine „Vermarkterin“. Es stellt sich die Frage, was ein Maskulist an einer solchen Party, an über Penislängen, darüber, wie schön es doch wäre, wenn jeder Mann so ausgestattet sein könnte, sinnierenden Frauen nur auszusetzen haben kann. An Frauen, die ihren kleinen Freund ganz putzig finden und so gar nicht verstehen können, warum ein Mann etwas dagegen haben kann, wenn die Frau ihren kleinen, besten Freund mit ins Bett nimmt. Quasi nach dem Motto: Ich fang‘ schon ‚mal an Schatz, du kannst ja dann später einsteigen! Es soll jeder selber entscheiden, was ein Maskulist dagegen haben kann. Ich gebe nur folgendes Gegenbeispiel:

Männerrunde, Gummivaginas auf dem Tisch dazu noch Sexdolls. Der Vertreter teilt der Moderatorin mit: Das ist eine Mösen-Party! Alle lachen und kreischen. Die Gummi-Vaginas machen die Runde. Die Männer fassen sie an, dringen mit den Fingern ein und meinen, wie schön es doch wäre, wenn jede Frau solch geformte Schamlippen, eine solch Vaginaform hätte. Die „Probier“möse für den Mann macht die Runde – zum sanft auflegen auf die Hose. Die Männer stellen sich die Frage, was eine Frau nur dagegen haben kann, wenn er schon einmal beginnt die Gummi-Vagina zu penetrieren bis die Frau dann auch einsteigt.

Glaubt ihr so etwas im Mainstream zu zeigen wäre möglich? Ich glaube nicht. Nachdenken darüber darf man aber – noch!

7 Kommentare zu „Femina ludens – Es ist ja nur ein Spielzeug!

    Carsten sagte:
    November 24, 2011 um 8:58 am

    Ein Stück Plastik schüchtert dich so ein? Beileid.

      terminatus30 geantwortet:
      November 24, 2011 um 10:06 am

      Carsten, danke für deinen Kommentar. Ich antworte: Etepetete!

    DazedAndConfused sagte:
    November 26, 2011 um 10:38 pm

    Darf ich fragen, wo genau der Kritikpunkt liegt?
    Ist es die Tatsache, dass es solche „Parties“ gibt? Dagegen ist im Grunde nichts einzuwenden. In Frauenrunden kommt es bisweilen vor, dass über Bedürfnisse geredet wird, genau wie in Männerrunden, da fallen auch mal Tipps zu Stellungen, Techniken oder auch zu Spielzeug. Häufiger unter Single-Frauen als unter „vergebenen“, aber auch da kommt es vor. Und was ist falsch daran, solches Spielzeug vorzustellen und sich darüber zu amüsieren, denn genau das tun die Frauen in dem Video auch? Hier wird nicht etwa ein Penisersatz dargestellt, denn die meisten Frauen nutzen den Vibrator, wenn gerade kein Mann da ist, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Wie oben festgestellt gibt es Gummivaginas und „Fleshlights“ für den Mann, zu genau demselben Zweck, nämlich einer Bedürfnisbefriedigung, wenn gerade keine Partnerin da ist.
    Ich will nicht bestreiten, dass es auch Paare gibt, die Vibratoren oder Dildos gemeinsam verwenden. Dies geschieht häufig als Teil des Vorspiels, um etwa die Stimmung anzuheizen, manchmal auch zusätzlich zum „normalen“ Geschlechtsverkehr. Dabei wird der Partner nicht ersetzt, sondern quasi ergänzt. Und wenn der Partner was dagegen hat, kann man’s ja einfach weglassen.
    Oder geht es um etwas anderes – dass solche Parties im Fernsehen übertragen werden, als Gegenstand einer Reportage? Wenn es solche „Mösen-Parties“ tatsächlich gibt, wird darüber sicher auch eines Tages berichtet. Fernsehtauglich sind sie aber wahrscheinlich nicht, und zwar aus folgendem Grund: Das Spielzeug, was auf dem Tisch liegt, das sind jene farbenfrohen und lustig geformten Gegenstände, bei denen man manchmal länger nachdenken muss um drauf zu kommen, wofür sie eigentlich gemacht sind. Es sind keine naturgetreu nachgeahmten Dildos oder Vibratoren zu sehen, obwohl es auch die gibt. Niemand will von seiner Nebensitzerin genau wissen, wie der Penis genau auszusehen hat, von dem sie träumt – bunte Dildos, die kaum Ähnlichkeit mit der „Vorlage“ haben, sind okay. Die kann man auch im Fernsehen zeigen. Sexpuppen oder Fleshlights dagegen, die zu großen Teilen naturgetreu oder zumindest naturähnlich sind, sind zu nah an der echten Nacktheit, zu nah am echten Genital, um gezeigt zu werden. Zumal ich mir kaum vorstellen kann, dass es genügend Männer gibt, die zugeben werden, solche Spielzeuge zu benutzen und die dann zu einer Verkaufsparty zusammenkommen.

      terminatus30 geantwortet:
      November 26, 2011 um 11:27 pm

      Darf ich fragen, wo genau der Kritikpunkt liegt?

      Natürlich.

      Ist es die Tatsache, dass es solche „Parties“ gibt? Dagegen ist im Grunde nichts einzuwenden.

      Stimme ich vollinhaltlich zu. Es sind erwachsene Menschen und was die so treiben oder nicht, geht mich erst einmal gar nichts an.

      In Frauenrunden kommt es bisweilen vor, dass über Bedürfnisse geredet wird, genau wie in Männerrunden, da fallen auch mal Tipps zu Stellungen, Techniken oder auch zu Spielzeug.

      Nun ja, zweiteres kann ich so nicht bestätigen. Auch um das ging’s mir nicht.

      Und was ist falsch daran, solches Spielzeug vorzustellen und sich darüber zu amüsieren, denn genau das tun die Frauen in dem Video auch? Hier wird nicht etwa ein Penisersatz dargestellt, denn die meisten Frauen nutzen den Vibrator, wenn gerade kein Mann da ist, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Wie oben festgestellt gibt es Gummivaginas und „Fleshlights“ für den Mann, zu genau demselben Zweck, nämlich einer Bedürfnisbefriedigung, wenn gerade keine Partnerin da ist.

      Was soll falsch daran sein? Du triffst meiner Meinung nach den springenden Punkt nicht. Ich habe das Beispiel rausgenommen um den Zeitgeist ein wenig zu illustrieren und karikieren. Fakt ist, für mich jedenfalls, dass eine gleichwertige Darstellung von männlicher Seite aus nicht über den Äther flimmern würde. Daran gibt es nichts zu rütteln. Fakt ist auch, dass ein Dildo ein sehr gutes Beispiel dafür ist, für die Vereinnahmung der Sexualität durch die Frau. Ich glaube nicht, und das sagt mir meine Erfahrung, dass es auch nur einige Frauen gibt, die es hinnehmen würden, wenn ein Mann nun einmal kurz anfängt eine Gummivagina zu penetrieren, und die Frau dann einsteigen kann. Denn das Pendant zu einem Vibrator, Dildo ist nun einmal für den Mann eine Gummivagina. Eine ähnliche Diskussion hatten wir letzens auf allesevolution.wordpress.com ein guter Blog.

      Oder geht es um etwas anderes – dass solche Parties im Fernsehen übertragen werden, als Gegenstand einer Reportage? Wenn es solche „Mösen-Parties“ tatsächlich gibt, wird darüber sicher auch eines Tages berichtet.

      Siehe oben. Zweiteres bestreite ich für die nächsten Jahre. Dies würde als frauenfeindlich, sexistisch ausgelegt werden.

      Das Spielzeug, was auf dem Tisch liegt, das sind jene farbenfrohen und lustig geformten Gegenstände, bei denen man manchmal länger nachdenken muss um drauf zu kommen, wofür sie eigentlich gemacht sind. Es sind keine naturgetreu nachgeahmten Dildos oder Vibratoren zu sehen, obwohl es auch die gibt. Niemand will von seiner Nebensitzerin genau wissen, wie der Penis genau auszusehen hat, von dem sie träumt – bunte Dildos, die kaum Ähnlichkeit mit der „Vorlage“ haben, sind okay.

      Ändert nichts an der Situation. ALLE wissen was gemeint ist. Deine Einlassung ist ein „Problem“ der weiblichen Sexualität. Hätten Frauen nichts dagegen, einen „Black Hammer“ am Tisch zu haben, wäre einer da, so einfach ist das.

      Sexpuppen oder Fleshlights dagegen, die zu großen Teilen naturgetreu oder zumindest naturähnlich sind, sind zu nah an der echten Nacktheit, zu nah am echten Genital, um gezeigt zu werden.

      Sehe ich anders. Ich danke für den langen Kommentar!

        DazedAndConfused sagte:
        November 27, 2011 um 1:17 am

        Also verstehe ich das richtig: Du findest, die Sexualität wird im öffentlichen Raum durch die Frau verreinnahmt, und dass eine gleiche Darstellung von Männern in den Medien nicht zu sehen sein würde.
        Da kann ich leider nur teilweise zustimmen. Ich denke, diese Verreinahmung der Sexualität durch Frauen in den Medien hängt zum Teil damit zusammen, dass solange eine männliche, wenn es überhaupt eine gab, Sicht auf dieses Thema dominiert hat. In den Medien ist es nun mal so, dass ständig das Neue gesucht wird, etwas, was bisher nicht auf den Tisch kam. Man will Tabus brechen, und ich denke auch ein guter Teil Inszenierung ist mit dabei. Niemand würde sich für diese Parties interessieren, wenn man es nicht so darstellen könnte, als sei damit Sexualität für Frauen „erobert“ worden. Was mich so daran stört, ist diese Haltung, das sei nötig gewesen. Als sei damit jetzt irgendetwas bewiesen – das Einzige was mir erwiesen scheint, ist dass Frauen es wohl für nötig halten, sich als dominant, aktiv und wahnsinnig kühn darstellen zu müssen durch so eine Reportage. Wozu sollte ich etwas beweisen, wenn ich weiß dass es für mich stimmt? Dieser ganze Beitrag scheint mir nur ein Statement im Sinne von „Jetzt können wir mal allen zeigen, was für Powerfrauen wir sind!“ Dahinter steckt eine verklemmte, unsichere Persönlichkeit. Ein furchtbares Schmierentheater, das Ganze.

    terminatus30 geantwortet:
    November 27, 2011 um 10:12 am

    „Du findest, die Sexualität wird im öffentlichen Raum durch die Frau verreinnahmt, und dass eine gleiche Darstellung von Männern in den Medien nicht zu sehen sein würde.“

    Was heißt schon öffentlicher Raum – das Internet ist auch ein öffentlicher Raum, die Pornos sprechen hier eher eine andere, wie ich finde kompensierende Sprache. Im Zeitgeist, im politischen Diskurs ein klares Ja!

    Letztlich geht es mir auch nicht um eine gleichberechtigte Darstellung. Es ist eine Beobachtung, welche ganz klar in die feministische Zeit einzuordnen ist, in der wir leben.

    „dass solange eine männliche, wenn es überhaupt eine gab, Sicht auf dieses Thema dominiert hat.“

    Ist dem so? Befinden wir uns wirklich noch in den 50ern? Das ist doch spätestens seit den 68ern Schnee von Gestern. Natürlich will man Tabus brechen, die es allerdings schon lange nicht mehr gibt.

    „Was mich so daran stört, ist die Haltung, das sei nötig gewesen“

    Das stört mich auch. Das Problem mit der „Vereinnahmung“ durch die Frauen und den ewigen profem Diskurs darüber wie „rein“ weibliche Sexualität doch ist, verhindert schon basal eine Auseinandersetzung mit weiblichem Missbrauch an Kindern – ich werde demnächst dazu posten. Basal, weil die Bewertung von weiblichen Übergriffen, durch das transportierte Bild dieser „Kitsch“-„Sound-of-Music“Sexualität bereits anders ausfällt als bei männlichen Übergriffen. Wer einmal von einer Frau, Mutter, Tante, psychisch manipuliert wurde um dann sexuell gefügig zu sein, weiß wie rein „weibliche“ Sexualität sein kann.

    Es ist ein Schmierentheater, eines mit Wirkung. Es transportiert das Bild, dass wir alle davon profitieren könnten. Die Realität sieht anders aus. Immer mehr Männer und Jungen ziehen sich zurück. Durchschnittlich verkehren die Paare in Deutschland nur noch 2 mal die Woche miteinander. Junge Männer wollen – zurecht – sich nicht mehr binden. Das Sexualstrafrecht wird – da bin ich mir sicher – in den nächsten Jahren an jenes der nordischen Staaten angeglichen. Wir sind damit alle potentielle Vergewaltiger. Julian Assange lässt grüßen. Und da soll ich noch Bock auf Sex mit Frauen haben? Sie wollen keine Kinder, der Bauch in ihrem Bauch gehört ihnen, der Samen des Mannes auch. Amen.

    Zhen sagte:
    November 30, 2011 um 2:04 am

    Zwei Überlegungen dazu:

    1. Für Männer wird es solche Parties kaum geben, weil sie unsinnig wären. Ein Mann, der das Bedürfnis nach Genitalnachbildungen hat, kauft sich ein Fleshlight o.ä., fertig. Eine solche Party würde ihm nichts bringen. Unter Männern ist Sexualität als Gesprächsthema auch tabuisierter als bei Frauen, was daran liegen mag, dass Frauen fast ständig mit Sex beschäftigt sind (Frauenzeitschriften spiegeln das in allen Variationen ganz gut wider), Sex also ein dominierendes Thema in ihrem Leben ist. Außer Sex haben sie eigentlich kein gemeinsames Thema.

    2. Es ist akzeptierter, dass vor dem/beim Sex eine Frau eine Penisnachbildung benutzt, als dass ein Mann eine Vaginanachbildung benutzt – aus gutem Grund: Ein Dildo/Vibrator kann einem Penis überlegen sein, weil die Frau die Bewegung selbst kontrolliert und weil er möglicherweise so konstruiert ist, dass er befriedigender ist als ein Penis (Vibration, Form, Länge, Haptik usw.). Außerdem neigen Männer dazu, sehr schnell einen Höhepunkt zu erreichen, zu schnell, als dass die Sexpartnerin ausreichend befriedigt wäre. Aus Sicht der Frau und des Mannes kann daher die Verwendung solcher Sexspielzeuge sinnvoll sein. Für einen Mann wäre der Gebrauch einer nachgebildeten Vagina nur gerechtfertigt, wenn er (freiwillig oder unfreiwillig) gerade keine Partnerin für Sex hat. Mit einer Partnerin wäre die Verwendung ziemlich unangebracht, weil das Original (Vagina + restliche Frau) ja i. d. R. besser ist als jede künstliche Vagina. Es wäre unsinnig und ein grober Affront, das Sexspielzeug der Partnerin vorzuziehen, falls die Partnerin zu Sex bereit ist. Eine Ausnahme besteht natürlich, wenn zusätzliche Stimulierung für den Mann nötig ist und dafür nicht die Sexpartnerin herhalten will/soll.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s