Ein Tipp: Männerarzt oder Psychologe

Gepostet am Aktualisiert am

Ich habe eine Mail von M. aus Oberösterreich erhalten. Darin stellt er mir die Frage, an welche Beratungsstelle man sich als junger Mann denn noch wenden kann. Nun, ich persönlich würde, wenn ich ein Gespräch mit einem Fachmann anstrebte, zu einem Männerarzt gehen. Ob du nun im Schnitt 90 Euro für 50 Minuten Beratung bei einem Psychologen/Psychotherapeuten lässt oder bei einem Mediziner erscheint mir erst einmal nicht von Relevanz zu sein. Von Relevanz allerdings ist zum einen, dass die meisten Psychologen/Psychotherapeuten „geisteswissenschaftliche“ Ansätze und „Gender Mainstreaming, Gleichstellung“, wohingegen Mediziner eher naturwissenschaftliche Ansätze pflegen. Zum anderen sollte man sich vor Augen führen, dass sich der Anteil Psychotherapeut zu Psychotherapeutin in den letzten Jahren dramatisch zu ungunsten der Männer verschoben hat.

Wenn man beispielsweise auf das Portal psyonline.at geht und nach Therapeuten in Oberösterreich sucht erhält man 212 Ergebnisse. Wenn man nach Therapeutinnen sucht erhält man einen Output von 416 (abgerufen am 04. November) – das bedeutet 66% Frauen. Tendenz, so weit mir die Zahlen bekannt sind, steigend. Dafür spricht auch die Ausbildungsstatistik: Psychotherapie, Klinische Psychologie, Gesundheitspsychologie aus dem Jahr 2010, abrufbar auf der Webpräsenz des österreichischen Bundesverbandes für Psychotherapie, hier. Die Grafik auf Seite 11 zeigt deutlich, wie übermächtig der Anteil der Frauen bereits ist.

Ein anderes Portal, psychologen.at, liefert ein ähnliches Bild. Für Oberösterreich werden 86 Psychologen und 194 Psychologinnen aufgeführt – das sind 69 % Frauen.

Diese Gründe sprechen für mich dafür, einen Mediziner aufzusuchen. Für Oberösterreich kann ich dir, lieber M. den Allgemein- und Sexualmediziner Dr. Georg Pfau empfehlen.

Er pflegt folgenden Ansatz:

Mein Interesse gilt den Anliegen der Männer.

Männer haben ihren geschlechtstypischen Körperbau, ihre eigene Denkweise, ihre typischen Verhaltensmuster, ihre eigene Psyche und: leider auch eine ganze Menge von typischen Erkrankungen.

Sie haben ihre eigenen Vorlieben und auch Vorstellungen von der Liebe und vom Leben und die heutige Generation von Männern muß sich zudem in einer Welt behaupten, in  der die den Männern eigenen Tugenden gegen den ursprünglichen Willen der Evolution ins Gegenteil verkehrt werden. Es ist nicht das Ziel von „Gendermedizinern“, die biologischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu leugnen; ganz im Gegenteil, wir wollen sie aufzeigen und dafür um Verständnis bitten. Denn Männer (und Frauen) haben das Recht, in ihren Besonderheiten, ihrer Sexualität und ihrer Geschlechtsrolle akzeptiert zu sein. Dies entscheidet über das Gelingen der Partnerschaften und des Lebens an sich. Nur starke Männer und starke Frauen sind in der Lage tragfähige Partnerschaften zu begründen. Das Wechselspiel zwischen den Geschlechtern ist das Salz in der Suppe des Lebens. Und darauf wollen wir doch nicht verzichten.

Die ökonomische und politische Gleichstellung von Männern und Frauen ist selbstverständlich mit aller Energie zu betreiben. Dies ist aber nicht Aufgabe des Mediziners, sondern des Politikers.


Nun ja, zum Thema „Gleichstellung“ sollte Herr Pfau noch recherchieren. Mir scheint der letzte Absatz ein Zugeständnis an den Zeitgeist zu sein.

Ungeachtet dessen finde ich es sehr wichtig, dass Männerärzte für die Anliegen der Jungen und Männer eintreten – von „Psycholog_innen“ höre ich dazu nichts.

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