Monat: Oktober 2011

I like killing people …

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Das sind die ersten Worte des Klartextes aus dem gelösten Z408. Gelöst wurde dieser von den Eheleuten Harden. Der Z408 wurde homophon verschlüsselt, dh. es wurden mehrere Symbole für die Verschlüsselung der meisten Klartextbuchstaben – je häufiger das Vorkommen, desto (in der Regel) mehr Symbole werden zur Verschlüsselung  – verwendet. Das macht die Sache nicht gerade leichter. Wie sich im Nachhinein herausstellte, verwendete der Zodiakkiller auch mehrere Symbole, die sowohl für einen Klartextbuchstaben als auch für einen anderen stehen konnten.

Krogerus schreibt in einem NZZ-Artikel:

Weiter gab es zwei Zeichen, die sowohl für das A als auch für das S stehen konnten – womit er das kryptologische System verletzte, was es Computern bis heute unmöglich macht, den Code zu knacken.

Den Hardens ist es trotzdem gelungen den Z408 zu lösen. Mit viel Glück, wie ich meine.

Und was ist mit dem ungelösten Z340? Dazu später mehr.

Die ersten 1000 Aufrufe

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Laut Statistik hatte ich heute Mittag den 1000sten Aufruf meines Blogs zu verzeichnen. Ich freue mich sehr, da mein Blog erst seit knapp 4 Wochen online ist.

Ich danke allen, die vorbeigeschaut und kommentiert haben recht herzlich!

Die Pille und ihre Nebenwirkungen

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Nicht zuletzt Frauenrechtlerinnen und Pudel sahen und sehen immer noch die Erfindung der Pille als Meilenstein für die sexuelle Selbstbestimmung der Frau an. Diese, mit der Einnahme der Pille einhergehende Freiheit sollte einer jeden jungen Frau zustehen. Die Betonung liegt auf jung! Mögliche Nebenwirkungen dieser „hormonell“ gestützten, neuen Freiheit werden im öffentlichen Diskurs tunlichst verschwiegen. Sex sells – die Pharmafirmen freut’s. In Österreich beispielsweise können Frauenärzte, der feministischen Doktrin folgend die Pille ganz legal an 14jährige, pubertierende Mädchen ohne Einwilligung der Eltern verschreiben. Eine Userin im Forum von gofeminin.at meint gar:

Hallo, ich habe mit 13 die Pille verschrieben bekommen.

Ist das die Ausnahme? Ich glaube es nicht. Wie ist es nun mit den „verschwiegenen“ Nebenwirkungen? Ich kann nur sagen: Es gibt sie! Eine kurze Suche auf sciencedirect.com zeigt, dass es hunderte Studien zu den Nebenwirkungen, hervorgerufen durch eine (dauerhafte) orale Einnahme der Pille gibt. Die Spannbreite reicht u.a. von Übelkeit, Erbrechen und Gewichtszunahme über Migräne, Spannungsgefühlen in den Brüsten bis hin zu Stimmungsveränderungen und zur Absenkung der Libido.

Nur einige wenige Studien hierzu seien aufgelistet:

Effect of oral contraceptive use and zinc supplementation on zinc, iron and copper biochemical indices in young women

Risk factors for recurrence of venous thromboembolism associated with the use of oral contraceptives

A randomized controlled trial of subantimicrobial-dose doxycycline to prevent unscheduled bleeding with continuous oral contraceptive pill use

Oral contraceptive and progestin-only use correlates to tissue tumor marker expression in women with cervical intraepithelial neoplasia

Oral contraceptive use and abnormal glucose regulation in Swedish middle aged women

The Effect of Initiating Oral Contraceptive Use on Voice: A Case Study

Effects of hormonal contraceptives on mental rotation and verbal fluency

Hormonal Contraceptive Use Among Adolescent Girls in Germany in Relation to Health Behavior and Biological Cardiovascular Risk Factors

Spontaneous hepatic hemorrhage secondary to prolonged use of oral contraceptives

Matriarchale Utopie

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Von Feministinnen und Pudeln jeglicher Couleur wird immer wieder die Behauptung aufgeworfen, dass wir – auch die Männer – in einem idealen Matriarchat weit besser, natürlicher und gesünder leben könnten als wir es im Hier und Jetzt, in der „patriarchal, heteronormativen Zwangsjacke“ können und tun. Als Beleg werden noch vorhandene matrilineare Gesellschaften präsentiert, deren Überlegenheit meist aus einer kleinen Anzahl von Indices, wie u.a. der Mordrate abzuleiten gesucht wird. Der Wunsch, unsere globalisierte, westliche Kultur in eine solch‘ matriarchale zu verwandeln kann als utopischer gedeutet werden.

Wie unterscheiden sich nun aber diese Utopien von anderen? Sind wir Menschen denn wirklich nur in einem Matriarchat freie, glückliche Menschen?

1623 wurde Civitas solis Idea republicae philosophiae (Der Sonnensaat oder Idee einer philosophischen Republik) von Tommaso Campanella veröffentlicht. Es handelt sich hierbei um ein utopisch-politisches Werk in platonischer Tradition, angelehnt an Morus‘ Utopia (Cf., Großes Werklexikon der Philosophie, Bd. 1, 260).

Inhalt

Das Werk beginnt mit der geographischen Lokalisierung des Sonnenstaates, der Beschreibung seiner Architektur und des politischen Systems sowie der Eigentumsverhältnisse und des Erziehungswesens. Dann folgt die Darlegung der Wohn- und Arbeitsverhältnisse sowie der Beziehungen zwischen den Geschlechtern und der Kinderpflege. Ferner wird der Leser über das Kriegs- und Gerichtswesen sowie über die wichtigsten Merkmale der Wirtschaft informiert. Nach einem Exkurs über die Schiffahrt, das Verhältnis zu anderen Völkern, den astrologischne Glauben und die Ernährung der Sonnenstaatler thematisiert Campanella deren reglementierten Tagesablauf und ihre Gesundheitspflege, um dann erneut auf Institutionen des politischen Systems zurückzukommen, nämlich die Volksversammlung, den Senat und die Regierung. Im letzten Teil wird die Religion der Sonnenstaatler und noch einmal die Bedeutung erläutert, die die Astrologie für sie hat.

Saage: Tommaso Campanella, in: Stammen et al. (Hg.): Hauptwerke der politischen Theorie, Stuttgart: Kröner 1997, 91f.

Es handelt sich hierbei um ein antiindividualistisches Werk, welches oftmals von entsprechender Seite aus als „Vorläufer des Sozialismus'“ betrachtet wird. Er, Campanella, träumt von einer vollkommen homogenisierten „kommunistischen“ Gesellschaft, deren Ausgangspunkt die „mütterliche Liebe zur Gemeinschaft“ ist. „Die Auslöschung des Individuellen“, schreibt Saage, „prägt auch die äußere Phänomenologie des Sozialverhaltens der Sonnenstaatler. Männer und Frauen tragen fast dieselbe Kleidung. Selbst die Frisuren und Kopfbedeckungen sind einheitlich.“(92).

Campanella schreibt im übersetzten Original:

Auf der Haut tragen sie ein weißes Hemd, darüber ein Kleid, das zugleich Rock und Hose, faltenlos und von den Schultern bis zu den Schienbeinen geschlitzt ist und ebenso vom Nabel um die Hüften bis zum Gesäß; hier wird der Schlitz mit Knöpfen, dort mit Bändern geschlossen. Die Hosenbeine gehen bis zu den Knöcheln hinunter … Alle tragen weiße Kleider, die jeden Monat einmal mit Lauge oder mit Seife gewaschen werden.

Campanella: Der Sonnenstaat, 12.: Bekleidung und Hygiene, zit. nach: Heinisch (Hg.): Der utopische Staat. Morus: Utopia, Campanella: Sonnenstaat, Bacon: Neu-Atlantis, Reinbek: Rowohlt 2001, 130

Diese Auslöschung des Individuellen auf Basis des Hinweises‘ auf eine bessere Welt, eine matriarchale Welt, eine gleichgestellte Welt, kennen wir Männerrechtler doch von irgendwoher – oder? Jedenfalls lässt sich festhalten, dass auch diese Welt kein „Ponyhof“ ist. Der kapitalistische Wettbewerb wird durch einen Wettbewerb um Anerkennung ersetzt. Die Durchstrukturierung des Zusammenlebens durch die Obrigkeit macht selbst vor der Sexualität nicht halt. Die Obrigkeit, die mit Macht besetzte politische Institution, ist die Regierung, welche sich aus vier Würdenträgern (Sol, Pon, Sin und Mor) unter dem Vorsitz von Sol zusammensetzt. Ihre Macht ist umfassend, der Kompetenzbereich Sols „allumfassend“. Er ist ein auf Nachrichtendienste gestützter Diktator.

Dieser ist Oberhaupt aller in welchtlichen und geistlichen Dingen, und alle Geschäfte und Streitigkeiten werden durch sein Urteil entschieden.

Ibid., 3.: Die obersten Behörden, 119f.

Wie wir gesehen haben stellt sich auch für die beste Gesellschaft letztlich die Frage nach der Macht. Selbst in einem Matriarchat wird und muss eine solche Frage gestellt werden. Was würde mit den 99% der Männer geschehen, welche nicht in einem solchen Matriarchat leben wollten, nicht umgegendert werden woll(t)en?

Ich kann mich hier nur Heinisch anschließen, der da schreibt:

Daß dieser „Sol“ oder „Princeps“ für seine Person aus Selbstzucht, Einsicht oder väterlicher Liebe – wie der „gute Herrscher“ CICERO – oder aber aus der Fülle der Macht, von der er gesättigt ist, selbst auf ihre zweckwidrige oder gar selbstsüchtige Anwendung verzichten wird oder kann, mag immerhin zugestanden werden; daß er jedoch das gleiche Recht allen anderen versagt oder, wie Campanella es wünscht, erst überhaupt nicht zum Bewußtsein kommen lassen will, ist in letzer Konsequenz machtpolitisch und weder kommunistisch noch sozial. Hier also liegt der alte, offenbar nicht zu umgehende Zwiespalt der menschlichen Natur offen zutage. Entweder gibt es eine menschliche Freiheit – dann müssen alle daran Anteil haben; oder es gibt keine – dann hat auch keiner ein Recht auf sie.

Heinisch: Zum Verständnis der Werke, in: Heinisch (Hg.): Der utopische Staat. Morus: Utopia, Campanella: Sonnenstaat, Bacon: Neu-Atlantis, Reinbek: Rowohlt 2001, 241f.

Sogesehen bleibt die Utopie eines Matriarchats hoffentlich nur eine Utopie. Eine Umsetzung jedenfalls würde geradewegs in den Totalitarismus führen. Der Anteil ALLER an der Freiheit ist die Gleichberechtigung, der ANTEIL Weniger an der Freiheit ist die Gleichstellung. Gibt es eine menschliche! Freiheit, dann ist die Gleichstellung insich falsch, gibt es keine, ist sie – die menschliche! Freiheit – nur ein sprachpolitisches Konstrukt zur Unterstützung machtpolitischer Interessen.

Ich erinnere mich noch: „All animals are equal but some animals …“ – aber das ist eine andere Geschichte.

Maskulistische Literatur

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Es gibt mittlerweile eine Unmenge an maskulistischer Literatur von Männern und auch Frauen für Männer geschrieben, in welcher alle Bereiche des „Gleichstellungs“Feminismus und dessen Ursachen beleuchtet werden. Drei mir wichtige Bücher möchte ich jetzt kurz vorstellen.

Felix Stern: Penthesileas Töchter. Was will der Feminismus?, München: Universitas 1996.

Aus dem Klappentext:

Felix Stern gibt eine schockierende, detailliert belegte Antwort auf die Frage: „Was will der Feminismus?“ und plädiert dafür, mit ganzheitlichen Gleichstellungsansätzen den neuen apartheidlichen Tendenzen eines entarteten Feminismus entgegenzutreten, wie es auch der Europäische Gerichtshof mit seinem Antiquoten-Urteil vom 17. Oktober 1995 tat.

Michail A. Xenos: Medusa schenkt man keine Rosen. Eine untypische Einstimmung in das „Jahrhundert der Frau“, Leipzig: Manuscriptum 2007.

Aus dem Klappentext:

Der offensiv-sexistische Feminismus treibt seit Jahrzehnten nicht nur in den Medien sein Unwesen. Weit schlimmer ist, daß er dort, wo er mit Hilfe einer willfährigen Politik seinen Einfluß in der gesellschaftlichen Praxis durchgesetzt hat, nicht nur Männer diskriminiert, sondern auch Zukunftspotential vernichtet. Höchste Zeit, daß sich die Geschlechterdebatte vom feministischen Deutungsmonopol emanzipiert. Der Autor dieser Streitschrift fordert daher die Abkehr vom „politisch korrekten“ Kavaliersgebaren gegenüber feministischen Begehrlichkeiten und den Griff zu jener Waffe, der scharfen Analyse, welche Wesen und folgen dieser Bewegung schonungslos offenlegt.

Rezensionen
Manifold vom sonsofperseus Blog: Teil I, Teil II, Teil III
Arne Hoffmann auf Genderama

Volker Zastrow: Gender. Politische Geschlechtsumwandlung, Leipzig: Manuscriptum 2006.

Rezension
Dasting-Hussner auf Amazon.de:

Dieses hervorragende, wenn auch sehr schmale Bändchen von 58 Seiten gibt einen Einblick in das alles durchdringende staatsfeministische Programm des Gender-Mainstreaming.