It’s a Man’s World – Ein Tag im Leben eines Mannes

Gepostet am Aktualisiert am

Heute bin ich spät dran. Schlaftrunken schleppe ich mich ins Badezimmer, vor den Spiegel. Die neue Zahnbürste leitet die morgendlichen Hygienemaßnahmen ein – zur Seite stehen ihr Zahnbasta, Rasierapparat, Haarföhn und natürlich die neue Toilette. Zehn Minuten später sitze ich am Frühstückstisch, genieße einen Espresso, zwei Scheiben Toast und ärgere mich noch über den gestrigen Stromausfall, der hoffentlich die Mikrowelle und den Kühlschrank nicht in Mitleidenschaft gezogen hat. Bevor ich los muss, stelle ich noch die automatische Einschaltzeit für die Zentralheizung um, es wird heute sicher später.

Es ist halb Acht. Ich sitze in meinem Auto vor einer Ampel, gehe einige SMSn auf meinem Handy durch. Kurz vor acht, ich sitze vor meinem Schreibtisch im Büro, bin außer Atem, da ich nicht den Fahrstuhl sondern die Treppe genommen habe – gut, dass ich noch zu jung für einen Schrittmacher bin. Computer läuft, Internetverbindung hergestellt, im Hintergrund läuft Ö3.

14 Uhr, die Sonne blendet, Jalousien wären schon lange fällig. 16.30 Uhr der Drucker will nicht mehr. 18.30 ich vertschüsse mich. 18.50 zu Hause angekommen. Esse kurz etwas und schmeiße mich dann vor den Fernseher. Sport geht sich nicht mehr aus, lieber noch kurz in ein Buch einlesen, Wecker stellen – und da ich keine Frau habe – um 22.00 ins Lummerland versinken.

Ich danke meinen Mitmännern der Vergangenheit, der Gegenwart und auch der Zukunft dafür, dass sie die mathematischen – nur männliche Fieldspreisträger – und physikalischen – 99% männliche Nobelpreisträger – Grundlagen dafür schaff(t)en, dass intelligente Ingenieure, Tüftler immer neue Erleichterungen für den Menschen ausarbeiten und als Patente – mehr als 95% der neuen Patentanmeldungen werden von Männern eingereicht – der Menschheit, wenn auch nicht unentgeltlich aber dennoch zur Verfügung stellen konnten und können.

5 Kommentare zu „It’s a Man’s World – Ein Tag im Leben eines Mannes

    Peter sagte:
    Oktober 17, 2011 um 9:20 am

    Aber die „Unterdrückung der Frauen“, das haben die Frauen erfunden! 🙂

      terminatus30 geantwortet:
      Oktober 17, 2011 um 9:41 am

      Hallo Peter,

      nicht einmal da bin ich mir so sicher. Leszek hat ja schon darauf hingewiesen, dass es einen Konnex zwischen Wissenschaft/vorherrschender Ideologie und Kapitalismus oder ich würde eher Plutokratie sagen, gibt. Sogesehen erscheint es logisch zu sein, dass die Sufragetten einerseits von der Werbeindustrie (Edward J. Bernays ) gepusht wurden – ich sage nur Zigaretten – und andererseits Rockefeller und Konsorten durchaus daran interessiert waren, die anderen 50% der Bevölkerung verstärkt in den Arbeitsprozess zu integrieren.

        Zhen sagte:
        Oktober 17, 2011 um 11:51 am

        Das kann ich nur bekräftigen. Vor ca. 40 Jahren war die Reihenfolge nicht: Forderung nach Gleichberechtigung → Lohnsenkung; sondern: Lohnsenkung → verstärkte Beschäftigung von Frauen.
        Die Lohnsenkungspolitik im Rahmen eines krisenhaften Kapitalismus und die stagnierenden bis fallenden Löhne im Neoliberalismus der letzten 30 Jahre waren ein Motor des Feminismus. Frauen fingen an zu arbeiten, weil sie mussten, um ihren Lebensstandard zu halten, nicht weil sie plötzlich entdeckten, dass Arbeit fürs Kapital toller ist als Haus-„Arbeit“.

        terminatus30 geantwortet:
        Oktober 17, 2011 um 12:18 pm

        @Zhen
        Ich hatte unlängst eine Statistik in der Hand, aus welcher klar hervorging, dass die Erwerbsquote bei den Frauen in den 20ern des v.Jhs. bei rund 40% lag und jetzt auch wieder nur ein wenig höher ist. Wenn ich sie noch einmal finde, reiche ich sie nach. Das gibt einem zu denken! Von wegen „vom-Arbeitsmarkt-fernhalten“.

        Zhen sagte:
        Oktober 17, 2011 um 1:27 pm

        Im England der 1840er/50er waren Frauen noch viel gleichberechtigter, etwa so wie heute in der 3. Welt. Frauen arbeiteten in den Fabriken, ebenso die KInder. Die Frauenarbeit fand nicht deshalb ein Ende, weil ein Patriarchiat die Frauen zuhause einsperren wollte, sondern weil die Reproduktion der Lohnarbeiter gefährdet war. Das Kapital konnte es sich schlicht nicht leisten, Frauen und Kinder in den Fabrikhöllen sterben zu lassen. Frauen sollten neue Lohnarbeiter heranziehen.
        Ist es das wirklich, was Frauen wollen? Sich im kapitalistischen Getriebe verschleißen (aka „Karriere machen“)? Heute ist Frauenarbeit wieder verstärkt möglich, weil der Lohn eines Versorgers meist nicht reicht und weil die Kinderbetreuung besser ausgelagert ist. Sie ist v.a. erwünscht, weil das Kapital seine „Produktivität“, also die Profitrate, nahezu verdoppeln konnte. Nun arbeiten grob gesagt zwei Personen für den Lohn einer Person. Und der Feminismus bejubelt diese Entwicklung auch noch.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s